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21.11.2023 News

Ra­sche Maß­nah­men für die Kin­der- und Ju­gend­hil­fe ge­for­dert

Klubobfrau Sandra Krautwaschl steht am Balkon des Landhauses

Die steirischen Grünen zeigen sich besorgt über die anhaltende prekäre Situation in der Kinder- und Jugendhilfe und fordern sofortige Maßnahmen, um die Lage in den steirischen Einrichtungen umgehend zu verbessern. Sie beziehen sich dabei auf ein Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Murtal an Soziallandesrätin Doris Kampus und verlangen außerdem Antworten aus dem Sozialressort.

Trotz vollmundiger Ankündigungen eines Maßnahmenpakets durch Soziallandesrätin Doris Kampus im vergangenen Jahr ist die Lage in der steirischen Kinder- und Jugendhilfe unverändert. Praktiker:innen aus dem System berichten von keiner spürbaren Verbesserung. Insbesondere der eklatante Mangel an Krisenplätzen für Kinder und Jugendliche ist nach wie vor akut. Dies führt in konkreten Fällen dazu, dass trotz akuter Kindeswohlgefährdung kein adäquater Krisenplatz zur Verfügung steht.

Akute Mängel in der Kinder- und Jugendhilfe

„Kinder und Jugendliche leiden in der Steiermark immer noch unter den strukturellen Problemen, genauso wie die Sozialarbeiter:innen in der Kinder- und Jugendhilfe. Es reicht nicht, Maßnahmen anzukündigen – sie müssen auch umgesetzt werden. Die Realität vor Ort zeigt uns, dass die Ressourcen nach wie vor unzureichend sind und die Landesregierung ihrer Verantwortung nicht gerecht wird“, so Sandra Krautwaschl. Sie hat sich mit zahlreichen Menschen aus der Szene unterhalten und alle bestätigen die Missstände: Es gibt viel zu wenig Kriseneinrichtungen und sozialpädagogische Wohngemeinschaften, um betroffene Kinder und Jugendliche in einer für sie adäquaten Umgebung unterzubringen zu können. Ebenso bleiben Stellen in der Sozialarbeit unbesetzt, weil Betroffene frustriert aus dem Beruf aussteigen.

„Der Brief ist ein verzweifelter Hilferuf, der die prekäre Situation der Kinder- und Jugendhilfe unmissverständlich aufzeigt. Er vermittelt eindringlich die akute Gefährdung der jungen Menschen und schreit förmlich nach sofortigem Handeln“, kommentiert Krautwaschl das Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Murtal an Soziallandesrätin Kampus.
In einer schriftlichen Anfrage verlangen die Grünen von Soziallandesrätin Doris Kampus Auskunft über die aktuelle Situation und wollen wissen, wie sie die Missstände in den Griff bekommen will. Die von Kampus in der Kleinen Zeitung angekündigte Erhöhung des Pflegekindergeldes um mindestens zehn Prozent und die Einführung einer Sonderpauschale von 1000 Euro für Krisenpflegeeltern seien Schritte in die richtige Richtung. Krautwaschl betont aber, dass diese Maßnahmen alleine nicht ausreichen, um die strukturellen Probleme in der Kinder- und Jugendhilfe zu lösen. „Mehr Geld allein löst die Situation nicht. Es braucht schlicht und einfach mehr professionelle Einrichtungen, die den Kindern und Familien wieder einen einigermaßen geregelten Alltag und Schulbesuch ermöglichen“, so Krautwaschl.

Forderungen für strukturelle Verbesserungen

Sie fordert einen Bedarfs- und Entwicklungsplan, wie es ihn etwa in der Behindertenhilfe oder für die Betreuung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gibt, der aber in der Kinder- und Jugendhilfe nach wie vor fehlt.
Darüber hinaus brauche es eine Basisfinanzierung für die Einrichtungen, denn: „Finanzielle Planungssicherheit – das geht nur, wenn die Finanzierung über eine reine Leistungsverrechnung hinausgeht“, so Krautwaschl und weiter: „Die Kinder- und Jugendhilfe verdient die gleiche Aufmerksamkeit und Planungssicherheit. Die Situation ist ohne Zweifel eine Belastung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit unabsehbaren Folgen für unsere Gesellschaft. Die Landesregierung muss die strukturellen Probleme schneller angehen.“

red Die Grünen Steiermark
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