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15.03.2022 Presseaussendung

Prob­leme lassen sich nicht mehr we­gre­den!

Einmal mehr stellten heute die Grünen die massiven Probleme im Elementarpädagogik-Bereich ins Zentrum der Landtagssitzung: Bildungssprecherin LAbg. Lara Köck hatte eine „Dringliche Anfrage“ an Landesrätin Bogner-Strauß (Details siehe hier https://stmk.gruene.at/news/dringlich-morgen-im-landtag-endlich-erforderliche-masnahmen-in-der-elementarpadagogik-setzen-plus-pellets-statt-putin/) eingebracht und brachte es gleich zu Beginn ihrer Rede auf den Punkt: „Rien ne va plus – nichts geht mehr.“ Denn „nach zwei Jahren Pandemie geht bei vielen nichts mehr, unser aller Leben hat sich radikal verändert: Die Belastungen und Herausforderung waren und sind groß“ – und vor allem für eine Gruppe: „Die ElementarpädagogInnen. Viele Eltern, die betreuungspflichtige Kinder haben, haben es mit eigenen Augen gesehen wie sich die Situation in den steirischen Kindergärten und Kinderkrippen durch Corona massiv verschärft hat. Besonders jetzt gerade, wo wir täglich neue Rekorde bei den Infektionszahlen haben und die Krankenstände sich massiv erhöht haben, sind alle in der Elementarpädagogik am Limit. Das ganze Personal ist am Limit.“

 

„Aber wie in vielen Bereichen hat Corona wie ein Brennglas die Fehler im System deutlich gemacht“, betonte Köck: „Ein System, das schon zuvor auf sehr wackeligen Beinen gestanden ist. Landauf, landab, wird über den Personalmangel in der Elementarpädagogik geklagt. Ein Personalnotstand, der hausgemacht ist, weil die Arbeitsbedingungen nicht stimmen: Die Gruppen sind zu viel groß, der daraus resultierende Betreuungsschlüssel ist nicht zeitgemäß. Nicht in Ansätzen ist es so möglich, dass auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden kann.“ Und sie fügte hinzu: „Die Protestaktionen und Demonstrationen, der Zusammenhalt der Organisationen von #Kinderbrauchenprofis, dem steirischen Berufsverband und der IFEB sind klare Zeichen, dass es nicht so weiter gehen darf wie bisher.“

 

Der Druck der Organisationen und der Zivilgesellschaft hat, so Köck, zumindest einmal dazu geführt, dass Landesrätin Bogner-Strauß „ihre Türen geöffnet hat“: Der so genannte „Dialog Elementarpädagogik 2030“ wurde ins Leben gerufen – „und gleichzeitig neue Fragen aufgeworfen“, wie Köck ausführte: „Was soll die Jahreszahl 2030 aussagen? Führen wir jetzt noch weitere acht Jahre Gespräche über eine mögliche Problemanalyse? Ist das Ziel die Probleme weg zu reden oder zu hoffen, dass sie sich in den nächsten 8 Jahren in Luft auflösen?

 

„Falls das Ihre Erwartung ist, kann ich sie gerne vom Tisch wischen“, so Köck direkt an Bogner-Strauß: „Die Probleme werden nicht von selbst verschwinden. Sie werden dann verschwinden, wenn Sie endlich Maßnahmen setzen.“ Und sie verwies darauf, dass momentan ja gerade die neue 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern neu verhandelt wird: „Auch das kann eine Chance sein – und wenn man sie klug nutzt, ist es möglich, bundeseinheitliche Qualitätsstandards fest zu legen.“ Freilich: „Es wird dabei wichtig sein, dass nicht nur die Bundesgelder für die quantitative Steigerung der Anzahl an Betreuungseinrichtungen fließen“, betonte Köck.

 

Mit einem Entschließungsantrag wird Köck im Laufe der „Dringlichen“ noch konkrete Punkte einfordern:

  1. den „Dialog Elementarpädagogik 2030“ rasch voranzutreiben,
  2. in Gespräche mit dem Gemeinde- und Städtebund über Ausbau und Finanzierung einer zukunftsorientierten Kinderbildung und -betreuung in der Steiermark zu treten und
  3. eine Novelle zum Steiermärkischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz im Landtag einzubringen, in der das Personal je Kindergartengruppe um eine weitere Person des pädagogischen Hilfspersonals erhöht wird.
red Die Grünen Steiermark
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