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12.03.2024 News

Wegweisende Abstimmung für widerstandsfähigeres Saatgut

Zu sehen ist: Der Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern, Andreas Lackner.

Eine erfreuliche Wende in der europäischen Agrarpolitik zeichnet sich ab: Die gestrige Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über die neue Saatgutverordnung bringt frischen Wind in die Debatte um eine nachhaltige und unabhängige Landwirtschaft: Saatgut soll künftig unter biologischen Bedingungen getestet werden, bevor es in der EU auf den Markt kommt.

Der Landwirtschaftssprecher der steirischen Grünen und Bundesobmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern Andreas Lackner wertet das Abstimmungsergebnis als wichtigen Erfolg für die Zukunft der heimischen Landwirtschaft: „Jahrelang haben wir erlebt, wie die Agrarindustrie die politische Agenda bestimmt hat, oft auf Kosten der ökologischen Vielfalt und der bäuerlichen Familienbetriebe. Das gestrige Ergebnis ist ein ermutigendes Zeichen für eine Agrarwende, die die Bedürfnisse derjenigen in den Mittelpunkt stellt, die das Rückgrat unserer Lebensmittelproduktion bilden. Indem wir das Saatgut unter biologischen Bedingungen testen, fördern wir Sorten, die ohne den massiven Einsatz von Chemikalien auskommen. Das stärkt nicht nur die Widerstandsfähigkeit unserer Pflanzen, sondern macht unsere Landwirtschaft insgesamt unabhängiger von teuren, chemischen Düngern und von schädlichen Pestiziden“, so Lackner.

Auch EU-Parlamentarierin Sarah Wiener, Grüne Schattenberichterstatterin für die Saatgutverordnung, freut sich über die positive Entwicklung: „Das Votum des Umweltausschusses ist ein klares Zeichen für den Umweltschutz und die Agrarwende. Entscheidend ist jetzt auch, dass wir die freie Weitergabe von Samen durch NGOs, Bäuerinnen und Bauern sowie durch Hobbygärtnerinnen und –gärtner sicherstellen. Das stärkt ihre Autonomie und die lokale Vielfalt. Darüber wird am 19. März im Agrarausschuss abgestimmt. Ich hoffe auch dort auf ein starkes Signal meiner Kolleginnen und Kollegen, das den Weg für eine Landwirtschaft ebnet, die Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt“, so Wiener.

Im April steht die neue Saatgutverordnung dann auf der Tagesordnung des Plenums in Straßburg.