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15.02.2022 Presseaussendung

Tier-Trans­porte endlich drastisch re­duzieren!

Die Grünen brachten heute einmal mehr das Thema Tierschutz auf die Tagesordnung der Landtagssitzung. Tierschutzsprecher LAbg. Georg Schwarzl forderte gemeinsam mit Landwirtschaftssprecher LAbg. Alex Pinter per Entschließungsantrag einen „Tiertransportplan 2030“ mit dem klaren Ziel, „das grenzenlose Tierleid durch Tiertransporte endlich zu stoppen“. „Wir schicken die Tiere quer durch Europa bzw. durch die Welt und importieren absurderweise im Gegenzug massenhaft Tiere gleicher Art. Die Zahlen zeigen ein erschreckendes Bild für Europa: 80 Prozent der Lebendtiertransporte weltweit finden in der Europäische Union statt – unglaubliche 1,8 Milliarden Tiere werden hier jährlich lebend verfrachtet. Allein im Jahr 2020 wurden 94.269 Rinder nach Österreich importiert und 92.882 in andere Länder exportiert“, fasst Schwarzl die erschreckenden Zahlen zusammen.

 

„Umfragen zeigen, dass die Steirerinnen und Steirer nicht mehr zusehen wollen, wie Lebewesen auf den heimischen Straßen und darüber hinaus unter unzumutbaren Bedingungen verfrachtet werden“, betonte Schwarzl: „Die Steirerinnen und Steirer haben genug von Sonntagsreden und Lippenbekenntnissen!“

 

Mit einem konkreten „Tiertransportplan 2030“ kann das „grenzenlose Tierleid“ gestoppt werden, ist Schwarzl überzeugt: Es braucht mehr Kontrollen für die Tiertransporte, es braucht mehr Personal dafür – und es braucht mehr Unterstützung für die Transformation zu einer klimakrisensicheren Landwirtschaft. Schwarzl betonte in seiner heutigen Rede auch die großen Chancen gerade für die kleinstrukturierte steirische Landwirtschaft durch diesen notwendigen Wandel, etwa zu mehr Pflanzenbau in der Landwirtschaft: Denn ein solcher Wandel bietet den steirischen Bäuerinnen und Bauern auch Möglichkeiten wie zum Beispiel Krisensicherheit (klimakrisenbedingter Ausfall einer landwirtschaftlichen Kultur) durch vielfältige Produktion. Gleichzeitig könnte damit auch eine größere Wertschöpfung erzielt werden (z.B. zukünftiger CO2-Handel durch Humusaufbau).

 

Pinter erinnerte in seiner Rede daran, dass die ÖVP (zusammen mit der SPÖ) in den letzten Monaten alle Anträge der Grünen zur Verbesserung der Situation der heimischen Landwirtinnen und Landwirte abgelehnt hat – Stichwort Ausbau der Direktvermarktungsschienen etwa. Und auch bei der Forderung nach der Herkunftsbezeichnung in der Gastronomie steht die ÖVP (im Bund) auf der Bremse, wie er betonte.

 

Eine Modellanalyse des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2020 („Die Wertschöpfungskette von Agrargütern und Lebensmitteln in Österreich“) hat übrigens ergeben, dass bei einer angenommenen Importreduktion von 1% der Agrargüter und Lebensmittel aus dem Ausland die Wertschöpfung in der Landwirtschaft und den vorgelagerten Branchen um 141 Mio. Euro wachsen würde.

 

Konkret forderten die Grünen heute:

  1. verstärkte Kontrollen von Tiertransporten auf den steirischen Straßen,
  2. personelle Ressourcen für Tiertransportkontrollen erhöhen,
  3. den jährlich erscheinenden Veterinärbericht um Tiertransportkontrollen, amtstierärztliche Tierschutzkontrollen und Ergebnisse der amtstierärztlich kontrollierten landwirtschaftlichen Betriebe zu ergänzen und detailliert aufschlüsseln,
  4. einen Masterplan für den Ausbau von regionalen Direktvermarktungsschienen in der Steiermark entwickeln und umsetzen, um Arbeitsplätze zu schaffen und eine klimakrisensichere Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung zu gewährleisten,
  5. erhöhte Förderungen für die Transformation zu einer klimakrisensicheren Landwirtschaft einführen, hin zu mehr pflanzlicher Produktion,

6. Herkunftsbezeichnungen in den steirischen Landesküchen einführen.

Doch leider: ÖVP und SPÖ lehnten den Grünen Antrag im Landtag leider eben ab – die Grünen werden freilich weiterhin nicht locker lassen!

red Die Grünen Steiermark
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