Südoststeirischer Geflügelskandal: Es braucht ein Umdenken
Schockiert von den jüngst aufgedeckten Zuständen in einem südoststeirischen Geflügelskandal, fordert der Tierschutzsprecher der Grünen Steiermark LAbg. Georg Schwarzl eine Grundsatz-Diskussion darüber, „wann wir von ‚Tierwohl‘ sprechen. Bei Betrieben mit zehntausausenden Tieren ist es meiner Meinung deplatziert, über gute Standards zu sinnieren.“ Hier brauche es eine Neuausrichtung. „Was sind adäquate Tierwohl-Standards? Wer definiert sie? Eine Kontrollinstanz mit Marketing-Schwerpunkt kann es allein wohl nicht sein“, so Schwarzl in Richtung AMA.
Auch Schwarzls Klubkollege und Landwirtschaftssprecher LAbg. Andreas Lackner zeigt sich bestürzt von den Bildern aus dem Betrieb: „Dafür fehlt mir jegliches Verständnis.“ Allerdings: „Im Vergleich zu anderen Branchen ist die österreichische Geflügelbranche in der Nutztierhaltung schon sehr weit. Sie hat in den letzten Jahren immer wieder Flexibilität bewiesen und ist grundsätzlich bereit, sich zu verändern. Seit mehr als zehn Jahren setzt die Branche auf gentechnikfreie Fütterung. Und die Betriebe werden alle zwei Wochen tierärztlich kontrolliert.“ Für Lackner ist es essentiell, von den Turborassen wegzukommen. So gibt es bereits erste Projekte mit langsam wachsenden Geflügelrassen. Diese zeigen eindeutig, dass die Tiergesundheit im Vergleich zu Turborassen-Haltung deutlich höher ist. Drei Dinge müssen sich ändern: Die ÖVP muss sich endlich bewegen und eine Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie ermöglichen. Außerdem braucht es eine ehrliche Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Handel, die sich für Lackner vor allem „im Ende der ‚Billigstfleisch-Aktionitis‘ widerspiegelt“.