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01.04.2022 Neues aus den Gemeinden

Su­per­markt-Neubau bedro­ht Ortskern

Wir stehen einem Neubau des Sparmarktes in Prosdorf skeptisch gegenüber. Zu groß ist die Gefahr einer Ausdünnung des Ortszentrums und eines erhöhten Verkehrsaufkommens.

Diese Auffasung vertreten wir als Grüne Gemeinderät:innen in Heiligenkreuz am Waasen nicht allein. Auch Vertreter:innen anderer Parteien sehen dieselben Risiken dieses Projektes.

Die bisherigen Ereignisse

  • Im November 2020 ersucht Bgm. Platzer den Gemeinderat, das 15.000 Quadratmeter große und als Gewerbegebiet gewidmete Grundstück (von Heiligenkreuz kommend links vor der Kreuzung mit der
    Bundesstraße) in Dorfgebiet umzuwidmen.
    Zu diesem Zeitpunkt war noch keine Rede von den Plänen der Fa. Spar. Der Antrag wird nach einer heftigen Diskussion von der Tagesordnung abgesetzt und in den Bauausschuss verwiesen.
  • Im Mai 2021 wird die Katze aus dem Sack gelassen und einer der zwei Projektbetreiber stellt die Spar-Pläne dem Gemeinderat vor. Um sie zu verwirklichen, müsste die Gemeinde das Grundstück in Dorfgebiet umwidmen, denn in einem Gewerbegebiet darf kein Supermarkt errichtet werden.
  • Wir bringen diese Pläne an die Öffentlichkeit, weil wir meinen, dass ein für die zukünftige Entwicklung von Heiligenkreuz so wesentliches Projekt nicht im stillen Kämmerlein entschieden werden darf.
  • Daraufhin scheint alles ruhig. Im Hintergrund wird aber fleißig auf Gemeinderät:innen und Wirtschaftstreibende eingewirkt.
  • Im Dezember des Vorjahres nimmt der Projektbetreiber auch mit mir Kontakt auf. Wir reden in aller Ruhe miteinander. Er kann mich aber nicht von einer Sinnhaftigkeit des Projektes überzeugen.
  • Mitte Februar dieses Jahres präsentierte die Firma „Standort und Markt“ mit zwei Spar-Vertreter:innen die Ergebnisse einer Marktstudie. Wenig überraschend wird das Projekt positiv bewertet.

Wir sehen dabei nur zwei Gewinner, nämlich Spar und die Projektbetreiber (inzwischen sind sie im Besitz des Grundstücks). Einen Satz des Spar-Vertreters habe ich mir extra notiert: „Wir wollen Kauf-Potential abschöpfen, an das wir jetzt nicht herankommen!” Dabei denkt er vor allem an die Frequenz der Bundesstraße zwischen Graz und Kirchbach.

Nachhaltige Gemeindeentwicklung

Aber was will die Gemeinde Heiligenkreuz? Wir als Gemeindevertreter:innen sind nicht dazu da, Supermärkte und Projektentwickler:innen zu versorgen. Wir sollten aufpassen, dass der Ortskern lebendig bleibt. Wir dürfen nicht zulassen, dass Heiligenkreuz zu einem Schlafort mit Kirche verkommt. Die zukunftorientiertere Lösung für das Heiligenkreuzer Zentrum wäre, den bestehenden Spar ordentlich zu modernisieren und kein Neubau in Prosdorf.

Otmar Handler

Gemeinderat

otmar.handler@gruene.at
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