„Schwarz-Rote Mythen und Märchen“
„Schwarz-Rote Mythen und Märchen“ zum Öffi-Verkehr in den Bezirken Murtal und Murau
Die Fahrpläne im Murtal werden nach Inbetriebnahme der Koralmbahn dichter und die Verbindungen schneller. Die Modernisierung der Murtalbahn liegt in den Händen von LH Drexler und Verkehrslandesrat Lang. Wir warten auf einen Grundsatzbeschluss des Landes.
Offenbar ringen Rote und Schwarze Funktionäre im Murtal derzeit um mehr Aufmerksamkeit. Gegen nachvollziehbare Forderungen für die Region ist grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn sie auf seriösen Fakten beruhen. Was die regionalen Abgeordneten Wolfgang Moitzi, Max Lercher und in ihrem Schlepptau die ÖVP-Abgeordnete Manuela Khom behaupten, ist jedoch so faktisch schlichtweg falsch.
Der Grüne Verkehrssprecher LAbg. Lambert Schönleitner kommentiert die frei erfundenen Kahlschläge bei den Bahnverbindungen im Murtal nach der Eröffnung der Koralmbahn folgendermaßen: „Es ist schlichtweg falsch, dass hier massive Kürzungen im Bahnverkehr drohen. Entscheidend für die Bahnkunden ist in erster Linie nicht die Anzahl der ‚Schnellzugverbindungen‘, sondern die Taktdichte und die Fahrzeit in die Zentren Wien, Graz und Klagenfurt. Und hier wird es im Murtal (und auch im Ennstal) mit den neuen Fahrplänen sogar wesentliche Verbesserungen geben. Ministerin Leonore Gewessler hat mehrfach und faktenbasiert klargestellt, was seit Jahren unstrittig ist: Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn im Dezember 2025 wird es in der gesamten Steiermark zu umfangreichen Fahrplanänderungen kommen. Diese sind bis ins Detail mit dem Land Steiermark abgestimmt. Richtig ist, dass der hochrangige Fernverkehr von Wien nach Kärnten künftig über die Koralmbahn geführt wird. Aber auch auf der Strecke von Bruck an der Mur über den Neumarkter Sattel nach Klagenfurt wird es Verbesserungen geben: Zwischen Bruck an der Mur und Klagenfurt wird es künftig einen Interregio-Fernverkehr im Stundentakt geben. Alle zwei Stunden sollen die Züge auch nach Graz durchgebunden werden und in Bruck an der Mur bestehen gute Anschlüsse Richtung Wien. Mit der Inbetriebnahme des Semmeringbasistunnels werden sich die Fahrzeiten Richtung Wien weiter verkürzen. Nähere Details zu den geplanten Linienführungen und Fahrplänen sind der Vorinformation zum Verkehrsdienstevertrag Fernverkehr“ zu entnehmen.“
Bei den Forderungen zur Murtalbahn freut sich Schönleitner, dass hier der Druck auf Landehauptmann Drexler und SPÖ-Landesrat Lang auch von den eigenen regionalen Abgeordneten erhöht wird. Schönleitner: „Die Murtalbahn ist bekanntlich eine Landesbahn unter der Verantwortung des SPÖ-Verkehrslandesrates. Grundsätzliche Modernisierungs- und Systementscheidungen liegen daher in der Verantwortung des Landes Steiermark.“ Regionalbahnattraktivierungen in der Hauptverantwortung des Bundes (ÖBB und GKB) wurden von Ministerin Gewessler bereits auf Schiene gebracht. Auch der ÖBB-Standort Knittelfeld wird massiv aufgewertet. 2020 etwa wurde eine moderne Lehrwerkstätte auf 5600m2 errichtet. Derzeit befinden sich weitere umfassende Projekte in Planung, die den Standort langfristig absichern und aufwerten.
Schönleitner: „Wir erwarten uns daher auch von LH-Drexler und SPÖ-Landesrat Anton Lang endlich konkrete Schritte zur Modernisierung der Murtalbahn. Ministern Gewessler hat hier immer versprochen, bei Vorliegen eines schlüssigen Konzeptes die Investition der Steiermark großzügig zu unterstützen. Das Zögern und Zaudern der Steiermark muss endlich ein Ende haben. Wir brauchen die Elektrifizierung der Murtalbahn und vor allem eine rasche Taktverdichtung mit modernem Schienenfahrzeugen.“
Dem geforderten Ausbau der Murtalschnellstraße S37 über den Perchauersattel nach Kärnten und der Errichtung einer Transitachse nach Tiroler Vorbild erteilt Schönleitner eine klare Absage. „Wir werden den internationalen Transit nicht von der Pack ins Murtal holen. Der Lückenschluss der S36 ist, wie im Evaluierungsbericht festgehalten, in Vorbereitung, die UVP dazu wird zeitnah starten.“
Abschließend fordert Schönleitner seine Abgeordnetenkollegen auf, nicht mit gefährlichen Halbwahrheiten zu operieren. „Wo es Verbesserungsvorschläge bei Verkehrsprojekten gibt, die der Sicherheit und einer umweltfreundlichen Mobilität dienen, wird sich die Ministerin keinem Vorschlag verschließen. Festzuhalten bleibt: Noch nie sind so viele Investitionsmittel in den Ausbau der Schiene geflossen wie derzeit. Auch in den Regionen steigen die Fahrgastzahlen stark an.“