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12.11.2024 Neues aus den Gemeinden

Mehr Grün für Murau und Murtal

"Für uns in der Steiermark geht es um eine Richtungsentscheidung: Gehen wir einen Schritt nach vorn oder gehen wir einen Schritt zurück?"
Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner

Die bevorstehende Landtagswahl entscheidet nicht nur über die Kräfteverhältnisse in der steirischen Landespolitik, sondern auch über die Zukunft der einzelnen steirischen Regionen. In einem Pressegespräch am 12. November 2024 in Judenburg stellten der obersteirische Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner, die Grüne Gemeinderätin von Neumarkt in der Steiermark, Elisabeth Edlinger-Pammer, sowie die Grünen Bezirkssprecher von Murtal und Murau, Erwin Webersink und Alfons Senger, zentrale Anliegen und Lösungen der Grünen für die Region vor.

Unter dem Motto „Mehr Grün. Mehr Plan. Mehr Miteinander“ setzen die Grünen auf greifbare Lösungen, insbesondere in den Bereichen Bodenschutz, Energie und Mobilität, Kinderbildung, Gesundheit und Pflege – Themen, die direkt in der Steiermark entschieden werden und die regionale Lebensqualität sichern.

 

„Für uns in der Steiermark geht es um eine Richtungsentscheidung. Gehen wir einen Schritt nach vorn oder gehen wir einen Schritt zurück“, stellt Lambert Schönleitner eingangs fest: Die Zeiten seien zweifellos unsicherer geworden, und es gebe politische Kräfte, die den Menschen weismachen wollten, dass wir alle besser dran wären, wenn wir uns nicht bewegen würden, anstatt uns weiterzuentwickeln. Doch das sei ein Trugschluss. „Wir Grünen vertreten den entgegengesetzten Standpunkt“, sagt der obersteirische Landtagsabgeordnete: „Wenn wir frühzeitig auf neue Technologien setzen und Innovationen fördern, profitieren alle – das ist für die Bevölkerung langfristig günstiger, für die Wirtschaft sicherer und hilft uns, schwierige Zeiten zu meistern. Die zentrale Frage ist: Wie können wir Sicherheit und Wohlstand für die Zukunft bewahren? Hier haben wir Grünen klare Vorstellungen.“

Saubere Energie: Photovoltaik und Windkraft

Um die Energiewende in der Steiermark voranzutreiben, setzen die Grünen auf den Ausbau von Photovoltaik und Windenergie. „Eine Photovoltaik-Pflicht auf versiegelten Flächen – wie großen Parkplätzen – ist unerlässlich, um die Energiewende voranzubringen“, erklärte Schönleitner. Gleichzeitig sehen die Grünen erhebliches Potenzial in der Windkraft: „Wir brauchen zu den rund 100 bestehenden Windrädern 400 weitere in der Steiermark, die saubere Energie liefern und uns unabhängiger von fossilen Brennstoffen machen. 500 Windräder entsprechen der Leistung von etwa 70 Murkraftwerken. Das wäre ein Meilenstein für die Energieversorgung in unserer Region“, ergänzt Schönleitner.

Naturschutz-Euro zur Sicherung der Kulturlandschaften

Ein weiterer zentraler Punkt des Grünen Programms ist der sogenannte „Naturschutz-Euro“. Dieser soll als Teil der Nächtigungsabgabe erhoben und für die Pflege der Kulturlandschaften verwendet werden. „Tourist:innen kommen in die Steiermark, um die Schönheit unserer Natur zu erleben. Mit einem zusätzlichen Euro könnten wir jährlich rund 13 Millionen Euro zweckgebunden in die Landschaftspflege investieren und z. B. auch unsere Landwirt:innen finanziell unterstützen, die den Großteil dieser Arbeit machen“, so Schönleitner.

Gesundheitsversorgung und soziale Infrastruktur

Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung und soziale Gerechtigkeit sind für die Grünen von entscheidender Bedeutung. Die Grünen setzen sich für den Ausbau der Primärversorgungszentren und der Gemeindepflege (das sogenannte Community Nursing, Anm.) ein, um die wohnortnahe gesundheitliche Versorgung auch in ländlichen Gebieten zu gewährleisten. „Mit gezielten Investitionen schaffen wir hier eine echte Entlastung für die Menschen vor Ort und sichern wohnortnahe Angebote, auf die sich alle verlassen können“, so Schönleitner. Auch im Bereich Kinderbetreuung setzen die Grünen auf gleiche Chancen und echte Wahlfreiheit für alle Familien und fordern ein zweites, kostenfreies Kindergartenjahr: „Andere Bundesländer sind hier wesentlich erfolgreicher und fördern auch stärker“, zieht Schönleitner einen österreichweiten Vergleich.

Regionalbahnen und öffentlicher Verkehr ausbauen

„Wir müssen die Regionalbahnen weiter stärken und ausbauen, um eine klimafreundliche und zukunftsfähige Mobilität zu gewährleisten. Ich bin Verkehrsministerin Gewessler sehr dankbar, dass sie in Bezug auf die Murtalbahn konkrete Vorschläge und Zusagen gemacht hat. Im nächsten Investitionsplan wird es um eine umfassende Modernisierung der Murtalbahn gehen. Abseits von neuen Fahrzeugen brauchen wir einen Stunden – oder noch besser – Halbenstundentakt auf dieser Strecke, um sie attraktiver zu machen“, sagt Schönleitner.

Eine weitere Forderung der Grünen im Bereich des regionalen Verkehrs ist eine Tonnagebeschränkung über die Triebener Tauern. „Auf diese Weise können wir die Wirtschaft dabei unterstützen, eine Top-Tourismusregion schwerverkehrsfrei zu halten“, ist Schönleitner überzeugt.

 

Elisabeth Edlinger-Pammer setzt sich für fahrgastfreundliche Anpassungen im Öffentlichen Verkehr ein: „Die Grünen Neumarkt fordern eine verlässliche Stundentaktung von und bis Neumarkt und eine Tariferweiterungszone bis Friesach, sodass man mit dem Klimaticket Steiermark ohne weitere Kosten bis dorthin fahren kann.“

 

Für die Region Murtal wäre es wichtig, gewisse sozialpolitische Themen in den Vordergrund zu rücken, meint Erwin Websersink: „So wie andere Regionen brauchen auch wir die Errichtung einer Notschlafstelle, um denjenigen zu helfen, die zeitweise von den Härten des Lebens getroffen werden. Außerdem ist die psychosoziale Erstversorgung in unserer Region unzureichend. Hier sollte vom Murtal bis Murau aufgestockt werden.“

 

Alfons Senger kritisierte die geplante Tiefgarage im Stadtzentrum von Murau: „Es ist mir schleierhaft, wie heutzutage überhaupt noch die Idee aufkommen kann, eine historische Grünfläche mitten in der Altstadt mit einer aus dem Boden ragenden Tiefgarage und Wohnungen zu überbauen. Solch ein Vorhaben entspricht einer Betonmentalität aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und ist für die Stadt Murau völlig unzeitgemäß. Zudem stößt den Grünen auf, dass die Stadt Murau dem Projektentwickler eine Million Euro aus Gemeindemitteln als Subvention gewährt, nur dafür, dass dieser die Vermietung der geplanten Parkplätze übernimmt (Anm.: 100.000 Euro sind bereits geflossen). Mit dem Geld, das der Bürgermeister der Betreiberfirma als Subvention zuschustern will, ließen sich viele sinnvolle Projekte zur Entwicklung unserer Altstadt umsetzen. Die Zerstörung von Grünflächen im Zentrum gehört aus unserer Sicht allerdings nicht dazu“, fasst Senger zusammen.