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17.08.2022 Neues aus den Gemeinden

Neues Verkehrskonzept für Bildungscampus Markt Hartmannsdorf

Zu sehen ist: Lambert Schönleitner mit zwei Personen

Ein neues Verkehrs- und Erschließungskonzept soll den entstehenden Bildungscampus in einen zukunftstauglichen und klimafitten Lernort verwandeln. Die zentralen Elemente: Weniger Bodenversiegelung, mehr Verkehrssicherheit und eine gestiegene Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung. 

Technisch in Ordnung, aber nicht mehr zeitgemäß und mit Blick auf die Mobilität der Zukunft eine vergeudete Chance: So lautet das Resümee der Grünen Steiermark und Markt Hartmannsdorf sowie des Sprechers des Personenkomitees für Schulwegsicherheit Mario Hiebaum zum aktuell geplanten Verkehrskonzept im Zuge des Kindergartenneubaus im Ort.

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten

Dieses Konzept sieht etwa eine neue, großräumig angelegte Zubringerstraße sowie eine zweistreifige Fahrbahn auf einem bestehenden Rad- und Fußweg vor. Geplant sind außerdem circa 60 neue Autoparkplätze für Besucher:innen und Mitarbeiter:innen der Volks-, Mittelschule und des Kindergartens sowie die Umwidmung des aktuell verkehrsberuhigten Schulwegs in eine Verkehrsstraße, damit Schulbusse über eine zusätzliche Busspur an- und abfahren können. Kurz, es handelt sich um eine autolastige Planung, weit weg von den Zielen einer menschen- und umweltfreundlichen Mobilitätswende.

Alternativvariante mit Symbolcharakter

Gemeinsam mit Verkehrs-Experten Markus Frewein vom Verkehrs-Planungsbüro verkehrplus wurde daher eine Alternativvariante entwickelt, mit dem die Gemeinde Markt Hartmannsdorf Bewusstsein schaffen kann für die notwendige Mobilitätswende, wie Frewein erklärt: „In puncto Verkehr und Mobilität hat die Gemeinde eine Vorbildfunktion – und gerade rund um den zukünftigen Bildungscampus in Markt Hartmannsdorf ist alles angerichtet für ein Verkehrssystem, das aktive klimafitte Mobilität ermöglicht und die Verkehrsbildung der Kleinsten fördert.“ Der Markt Hartmannsdorfer Mario Hiebaum, im Brotberuf selbst Pädagoge, pflichtet Frewein bei: „Wo, wenn nicht dort, wo wir Kinder ausbilden, ist der geeignete Lernort, um jungen Menschen einen Raum zur Verfügung zu stellen, der hochwertig, menschenfreundlich, lebenswert und klimafit ist? Die aktuelle Lösung mit der zweistreifigen Fahrbahn für Busse bereitet vielen Menschen in Markt Hartmannsdorf sorgen für die Zukunft unserer Kinder. Wir wollen doch Vorbilder für unsere Kinder und Jugendliche sein und ihnen einen Bildungscampus bieten mit Kindergarten und Schulen, auf die sie stolz sein können.“

Ortsentwicklung mit Maß und Weitsicht

Der neue Entwurf berücksichtigt bereits vorhandene Wege und Parkmöglichkeiten und beansprucht gegenüber dem Gemeindekonzept um bis zu 75 Prozent weniger Flächenverbrauch. Insbesondere die Versiegelung neuer Flächen wird auf ein notwendiges Minimum reduziert, zumal schon jetzt insgesamt rund 100 Autoparkplätze in einer Entfernung von 5-6 Minuten Fußweg zum Bildungscampus vorhanden sind.

Die Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität werden erhöht, indem die Feldbacher Straße auf Höhe der Bildungseinrichtungen verkehrsberuhigt wird. Der Bereich dient auch als „Bring- und Holzone“ für die Kinder durch die Eltern sowie als Haltestelle für die Schul- und Kindergartenbusse. Gehsteige sorgen für einen sicheren Fußweg.

Die Verkehrsberuhigung in Kombination mit dem geordneten Hol- und Bringverkehr führt dazu, dass das Umfeld des Bildungscampus attraktiver wird für das Radfahren, Zufußgehen und Verweilen. Hochwertige Radabstellanlagen im Bereich der Bildungseinrichtungen sind im Konzept ebenso enthalten.

Lösungen jetzt ergreifen

„Der Kindergartenneubau in Markt Hartmannsdorf ist ein wichtiger Puzzlestein hin zur zukunftsfähigen Gemeinde. Verknüpft mit dem alternativen Erschließungs- und Verkehrskonzept kann er nachhaltig zum großen Wurf werden“, so der Verkehrssprecher der Grünen Steiermark LTAbg. Lambert Schönleitner. Er plädiert dafür, bei der Entwicklung des Bildungscampus die im Konzept enthaltenen Empfehlungen als Rahmenplan zu nutzen für die weiteren Vorhaben. Auch Mario Hiebaum hofft auf ein Einlenken seitens der Gemeinde: „Die Gesprächsbasis mit dem Bürgermeister ist gut. Er hat glaubhaft signalisiert, neuen Vorschlägen gegenüber offen zu sein.“

Bereits fix: Das Grüne Gemeinderatsteam von Markt Hartmannsdorf, Peter Kerschbaumer und Elisabeth Prem, werden das Konzept in die nächste Gemeinderatssitzung einbringen.