Leitspital: Opposition fordert Plan B
Kaum ein Regierungsprojekt erregt seit Jahren derart die Gemüter der Steirerinnen und Steier wie das sogenannte Leitspital Liezen. Zuletzt hat die Bürgerinitiative BISS eine Projektkostenschätzung vorgelegt, wonach eine Realisierung des Leitspitals – vor allem auch unter der Berücksichtigung der notwendigen Begleitprojekte – die öffentliche Hand im schlimmsten Fall 831 Millionen Euro kosten würde. Im besten Fall seien Aufwendungen in Höhe von 520 Millionen Euro zu erwarten.
Vor diesem Hintergrund bringt die Opposition nun einen gemeinsamen Antrag ein, in dem die Ausarbeitung eines alternativen Konzepts gefordert wird. Im Rahmen dieses „Plan B“ soll die Aufwertung des Spitalsstandorts Rottenmann zu einem Leitspital samt Weiterentwicklung der Spitalsstandorte Schladming und Bad Aussee durch sinnvolle Schwerpunktsetzungen endlich ernsthaft geprüft werden.
Der Antrag wird im nächsten Ausschuss für Bildung, Gesellschaft und Gesundheit am 18. April 2023 im Landtag behandelt werden.
Der Gesundheitssprecher der Grünen, Georg Schwarzl, hält dazu fest:
„Bereits seit Jahren fordern wir Grüne die Prüfung des Standorts Rottenmann in engem Zusammenwirken mit den Krankenhäusern in Schladming und Bad Aussee als Alternative zu einem immens teuren Neubau auf der grünen Wiese. Angesichts der massiven Kostensteigerungen führt für die Landesregierung kein Weg daran vorbei, das Prestigeprojekt Leitspital ernsthaft zu hinterfragen. Es ist auch dringend notwendig, eine realistische Personalprognose zu erstellen und die regionalen Versorgungsangebote zu erheben. Was wir bei all der politischen Debatte nicht vergessen dürfen: Das Ziel muss die bestmögliche Gesundheitsversorgung im Bezirk Liezen sein. Die Verunsicherung in der Bevölkerung wird völlig zu Recht ständig größer, wir fordern die Regierung erneut auf, endlich zu handeln.“