Lebensgrundlage Wasser sichern
Auch wenn die Regenfälle der letzten Wochen eine vorübergehende Entspannung gebracht haben, ist klar: Nach dem schneearmen Winter werden weite Teile Europas spätestens im heurigen Sommer erneut mit massiver Dürre zu kämpfen haben. Österreich ist zwar ein wasserreiches Land, die Niederschläge sind aber ungleichmäßig verteilt und vor allem die südliche und östliche Steiermark sind mit Wasserknappheit und sinkenden Grundwasserständen konfrontiert.
Auf Antrag der Grünen wurde die Landtagssitzung am 25. April mit einer Diskussion über die Lebensgrundlage Wasser eröffnet. Im Mittelpunkt steht für die Grünen die Frage: Wie kann die Wasserversorgung in der Steiermark langfristig sichergestellt werden?
Ohne Wasser kein Leben
Eingangs berichtete Klubobfrau Sandra Krautwaschl von Kommentaren aus anderen Parteien im Vorfeld der Sitzung („Was habt’s denn, hat eh geregnet“): „Das zeigt wieder einmal die kurzfristige Politik, die uns schon oft in die Sackgasse geführt hat.“
Krautwaschl führte weiter aus: „Ohne Wasser gibt es kein Leben. Dieses Leben ist durch die immer massiveren Folgen der Erderhitzung und den Verlust von Wasserressourcen in Gefahr. Laut einer Studie des Landwirtschaftsministeriums werden die Grundwasserreserven in Österreich bis 2050 um bis zu ein Viertel schrumpfen.“
Aus aktuellem Anlass zeigte die Grüne Landessprecherin auch eine Grafik, die den Rückgang der Wassermenge in steirischen Flüssen abbildet. „So ist etwa bei der Sulm, einem der letzten unberührten Flüsse unseres Landes, der Wasserstand seit den 70er-Jahren auf ein Drittel zurückgegangen.“
Zubetonierter Boden nimmt kein Wasser auf
In der Steiermark ist im Vergleich zu allen anderen Bundesländer am meisten Boden zubetoniert, erinnerte Krautwaschl an das Problem der Bodenversiegelung. Niederschläge können auf diesen Flächen nicht aufgenommen werden, kostbares Wasser rinnt in den Kanal, statt die Grundwasserspeicher aufzufüllen. „Neues Bodenschutzgesetz jetzt“, forderte die Klubobfrau die Landesregierung erneut zum Handeln auf.
Die Landesregierung muss die Erhaltung der Lebensgrundlage Wasser ganz oben auf ihre Prioritätenliste setzen, fasst Krautwaschl die Anliegen der Grünen zusammen: „Am wichtigsten ist es jetzt, das Wasser in der Landschaft zu halten und den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen.“ Als konkrete Maßnahmen nennt Krautwaschl etwa: den Gewässern wieder mehr Raum geben und effiziente Bewässerungssysteme. Nicht zuletzt müsse man auch die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren: „Es gibt immer noch viel zu wenig Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit den Lebensressourcen Wasser und Boden.“
Klubobfrau Krautwaschl abschließend: „Wasser ist einer unserer größten Schätze, wenn wir ihn sichern wollen, müssen jetzt handeln und nicht später jammern, dass es zu spät ist.“