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01.12.2023 News

Kein Au­to­bahn-Aus­bau zu­las­ten von Um­welt, Klima und Boden

Klubobfrau Sandra Krautwaschl hinter einem Mikro, gestikuliert und spricht über Bodenschutz

Ein weiteres Thema sorgte in der heutigen Sonderlandtagssitzung für heftige Debatten: der umstrittene Ausbau der A9. Die Grünen übten erneut Kritik an der einseitigen Herangehensweise der Studie des Landes und nahmen Umweltlandesrätin Lackner in die Pflicht. Die Auswirkungen einer dritten Spur auf Umwelt und Klima müssen jedenfalls berücksichtigt werden.

In einer Dringlichen Anfrage an Umweltlandesrätin Lackner wollte Klubobfrau Sandra Krautwaschl heute wissen, warum sich diese bis jetzt aus der Debatte rund um den Ausbau der A9 völlig herausgehalten hat. „Mir kommt das vor wie ein Totstellreflex“, so Krautwaschl, „Es kann nicht sein, dass sich die für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen zuständige Landesrätin nicht ein einziges Mal dazu zu Wort gemeldet hat.“ Und, persönlich in Richtung Lackner gerichtet: „Ich kann gar nicht glauben, dass dir das so egal ist.“

Die Grüne Klubobfrau sieht sich durch eine aktuelle Stellungnahme des renommierten Klimaökonomen Prof. Karl Steininger in ihrer Argumentation bestätigt. Auch der Leiter des Wegener Centers für Klima und Globalen Wandel kritisiert die Studie des Landes als zu eindimensional und nur auf die Verkehrsaspekte beschränkt, die Vorgangsweise entspreche auch nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Krautwaschl warnt insbesondere vor dem Umstand, dass die Landesregierung offenbar einen massiven Zuwachs an Gewerbeflächen entlang der A9 in Kauf nimmt: „Aus ihrer Antwort war ersichtlich, dass die SPÖ-Umweltlandesrätin so wie es ausschaut im Süden von Graz alles zubauen will. Es ist schon erstaunlich, warum sich eine Umweltlandesrätin auf Seiten der Zubetonierer stellt, und nicht auf Seite der Natur und der Umwelt.“

„Wir haben jetzt schon das dichteste Straßennetz Europas, wir sind Europameister im Bodenverschwenden. Wir sind im wärmsten Jahr der Messgeschichte. Wir sind mitten in einem vom Menschen verursachten Artensterben. Was es braucht ist keine dritte Spur auf einer Autobahn. Wir müssen die Bevölkerung vor einer zukunftsvergessenen Politik von ÖVP und SPÖ schützen“, so Krautwaschl im Landtag.

Die Grüne Klubobfrau forderte erneut eine breite Diskussion über einen Ausbau der A9 unter Einbeziehung aller Aspekte: „Setzen wir uns gemeinsam an einen Tisch, mit den Studienautoren, mit Expertinnen und Experten aus allen relevanten Bereichen.“

Ihr Kollege, Verkehrssprecher Lambert Schönleitner, forderte zudem ein Sofortmaßnahmen-Paket, um Pendlerinnen und Pendler rasch zu entlasten: „Die dritte Spur wäre frühestens 2032 fertig. Es braucht jetzt Sofortmaßnahmen, zum Beispiel ein Schnellbusangebot von Maribor nach Graz.“

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