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11.12.2023 News

Ernährungssicherheit in Gefahr?

Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl und Landwirtschaftssprecher Andreas Lackner sitzen in einem grünen Acker und begutachten die Erde

Grüne richten Dringliche Anfrage an Agrarlandesrätin

Ein Vergleich der Agrarstrukturerhebungen 2010 und 2020 macht deutlich: In nur einem Jahrzehnt hat die Steiermark mehr als 50.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. Das gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Ernährungssouveränität des Landes. Dieser alarmierende Trend muss gestoppt werden, fordern die Grünen und erwarten sich Antworten von Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer.

“Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um den Flächenfraß an landwirtschaftlichen Nutzflächen sofort zu stoppen? Sehen Sie die Ernährungssouveränität der Steiermark durch den zunehmenden Flächenverbrauch – etwa durch eine mögliche dritte Spur auf der A9 – gefährdet? Können Sie belegen, dass es nicht zu einem massiven Verlust von wertvollen Ackerflächen im Süden von Graz durch Lagerhallen, Fachmarktzentren, Logistikzentren etc. kommen wird?” Mit diesen und weiteren Fragen konfrontieren die steirischen Grünen Landesrätin Schmiedtbauer in der kommenden Landtagssitzung.

Verfügbare Ackerfläche liegt deutlich unter dem notwendigen Niveau

Andreas Lackner, Landwirtschaftssprecher der Grünen, betont den Zusammenhang zwischen dem massiven Flächenfraß und der Ernährungssouveränität: „Die Auswirkungen des ungebremsten Flächenverbrauchs auf unsere Ernährungssicherheit sind eklatant. Es ist unbestritten, dass für die Entwicklung der Steiermark auch weiterhin Boden versiegelt werden muss. Dieser Bodenverbrauch muss aber für zukunftsorientierte Leitprojekte reserviert werden. Eine dritte Fahrspur auf der A9 gehört nicht dazu. Die Landesregierung ist gefordert, den Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche zu stoppen.“ Zur Aufrechterhaltung der Ernährungssicherheit wären laut der deutschen Zukunftsstiftung Landwirtschaft 2.000 m² Ackerfläche pro Kopf notwendig. Derzeit stehen in der Steiermark nur 1.035 m² Ackerfläche pro Kopf zur Verfügung. Das ist deutlich unter dem notwendigen Niveau.

Für Ernährungssicherheit eintreten

Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl fordert mehr Entschlossenheit und konkrete Maßnahmen, um die Ernährungssicherheit nachhaltig zu sichern. „Die Landesregierung muss sich klar zur bundesweiten Obergrenze für den Flächenfraß von 2,5 Hektar pro Tag bekennen. Außerdem fordern wir eine umgehende Novellierung des Raumordnungsgesetzes, um den Verlust landwirtschaftlicher Flächen einzudämmen“, so Krautwaschl. Wird der Trend der letzten 10 Jahre fortgesetzt, gibt es im Jahr 2090 in der Steiermark überhaupt keine landwirtschaftlich genutzte Fläche mehr. Für die Grünen steht außer Frage: So kann es nicht weitergehen. Diese zukunftsvergessene Politik muss gestoppt werden.

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