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17.04.2024 News

B68: Grüne kämpfen für Erhalt der steirischen Landwirtschaft

Zu sehen sind: Katja Maurer und Landwirtschaftssprecher Andreas lackner von den steirischen Grünen mit einem Schild vor einem Acker

Grüne gegen Asphaltband durch Vulkanland

Der geplante Neubau der Bundesstraße B68 bedroht die wertvollsten Äcker des steirischen Vulkanlandes und stellt eine erhebliche Gefahr für die Existenz bäuerlicher Familienbetriebe dar. Die steirischen Grünen kritisieren diese Entwicklung als symbolisch für eine fehlgeleitete Raumordnung und fordern ein Umdenken in der steirischen Agrarpolitik.

Bei einem Lokalaugenschein im südoststeirischen Fladnitz betont Andreas Lackner, Bundesobmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern und Landwirtschaftssprecher der steirischen Grünen, die Dringlichkeit des Themas: „Der geplante Bau der B68 steht exemplarisch für eine verfehlte Raumordnungspolitik, die unsere wertvollen Ackerflächen und damit die Existenz unserer bäuerlichen Betriebe gefährdet. Es ist höchste Zeit, den Schutz dieser Flächen in einem echten Bodenschutzgesetz gesetzlich zu verankern und den Worten Taten folgen zu lassen.“

Widerstand der lokalen Landwirtschaft gegen Straßenbau

Die Aussagen von Katja Maurer, Sprecherin der vom Straßenbauprojekt B68 betroffenen Bäuerinnen und Bauern, verdeutlichen die Problematik: „Unsere Höfe, unsere Arbeit, unsere Lebensweise sind unmittelbar bedroht. Wir wehren uns aktiv gegen die Pläne der Landesregierung und fordern Unterstützung – kein Asphaltband durch unsere Felder.“
Maurer hält fest, dass es ihr und ihren Mitstreiter:innen nicht um die Höhe der Entschädigung für den verlorenen Grund und Boden geht: „Wir wollen unsere Äcker gar nicht erst verlieren!” Zudem stehen Pläne für die B68 Neu in direktem Widerspruch zu den Zielen der Bodencharta des Steirischen Vulkanlandes. „Sieht so das Bekenntnis der Region zum Schutz des Bodens aus, von dem sie lebt?“, so Maurer.

Alarmierende Trends

Die Zahlen sprechen jedenfalls für sich: In den letzten 50 Jahren hat sich die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in der Steiermark von 73.403 im Jahr 1970 auf 33.605 im Jahr 2020 mehr als halbiert, gleichzeitig gingen über 50.000 Hektar Ackerland verloren. Dieser dramatische Rückgang verdeutlicht die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Agrarpolitik, wie Lackner betont: „Wir stehen vor großen Herausforderungen, die nicht nur unsere Ernährungssicherheit, sondern auch den Erhalt unserer Kulturlandschaft und der Artenvielfalt bedrohen. Hier wie dort leisten die bäuerlichen Betriebe unschätzbar wertvolle Arbeit.“

Politische Widersprüche und die Forderung nach nachhaltiger Agrarpolitik

Andreas Lackner hebt weiter hervor: „Die ÖVP hat auf EU-Ebene massiv gegen das Renaturierungsgesetz Stimmung gemacht und argumentiert, dass Umweltschutzauflagen die Landwirtschaft ruinieren. Gleichzeitig will sie in der Steiermark mit überholten Infrastrukturprojekten die wertvollsten Äcker zerstören. Dieser Widerspruch ist nicht länger hinnehmbar.“ Für die Grünen ist klar: Ein echtes Bekenntnis zum Bodenschutz und eine nachhaltige Agrarpolitik sind unerlässlich, um die steirische Landwirtschaft zu bewahren und zu fördern. Sie fordern daher eine zwingende Reform der Agrarpolitik, um die dringend notwendige Balance zwischen Produktivität und Umweltschutz zu erreichen.

Zentrale Forderungen der Grünen Agrarpolitik

Stopp des Ausbaus der B68 neu durch steirisches Ackerland
Ernährungssicherheit & Bodenschutz: „Erhalten, was uns ernährt“
Kleinbäuerliche Strukturen statt Agrarindustrie: „Gemeinsam für Vielfalt und Eigenständigkeit“
Direktvermarktung: „Regional versorgt, gemeinsam gestärkt“