Dubioser Grundstücksankauf in Gratkorn
Die Marktgemeinde Gratkorn zahlt 500.000 Euro für ein Hochwasser-Grundstück, verkauft vom Ehemann der Amtsleiterin – ein dubioser Deal, der nach Aufklärung schreit. Der Kauf wurde mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ beschlossen – trotz angespannter Gemeindefinanzen und einer mehr als fragwürdigen Preisgestaltung. Die Grünen schlagen Alarm und plädieren für eine Nachdenkpause und eine unabhängige Prüfung.
Ein Freiland-Grundstück in einer Hochwasserrisikozone wurde auf Wunsch des Eigentümers vor Jahren mit einer Sonderwidmung als Kleingartenanlage versehen. Bei der turnusmäßigen Überprüfung des Flächenwidmungsplans stellte die zuständige Landesbehörde fest, dass diese Widmung rechtswidrig war, nie hätte erteilt werden dürfen und von der Marktgemeinde zurückgenommen werden müsse. Doch statt den Fehler zu korrigieren, trieben SPÖ und FPÖ gemeinsam den Ankauf durch – und das zu einem völlig überhöhten Preis von 17 Euro pro Quadratmeter. Der Gesamtkaufpreis: 500.000 Euro.
Zum Vergleich: Für dringend benötigte Flächen für den Hochwasserschutz am Dultbach wird den Eigentümer:innen lediglich 3 Euro pro Quadratmeter geboten.
„Dass die Gemeinde diesen Weg geht, ist völlig absurd. Hier wurde eine unnötige Transaktion abgewickelt – und das mit einem enormen Preisaufschlag. Die Optik ist mehr als schief. Wir erwarten uns, dass die Gemeindeaufsicht hier ganz genau hinschaut. Volle Transparenz ist das Mindeste, was die Bevölkerung jetzt erwarten darf“, so der Kontrollsprecher der steirischen Grünen, Lambert Schönleitner.
Nachdenkpause statt finanzielle Fehlentscheidungen
Zusätzlich zu den fragwürdigen Umständen rund um den Kauf wurde im Gemeinderat diese Woche der Kredit über die 500.000 Euro beschlossen, der das Budget der Gemeinde für 25 Jahre mit jährlichen 34.000 Euro belastet.
Gratkorns Grünen-Gemeinderat Martin Holzer plädiert dafür, innezuhalten: „Es braucht eine Nachdenkpause und eine unabhängige externe Prüfung, um Schaden von der Gemeinde abzuwenden. In allen Bereich des Gemeindebudgets werden Kürzungen vorgenommen, auch der lange versprochene Bau des neuen Rüsthauses für die Feuerwehr wird wieder um zwei Jahre verschoben. Wie hier Prioritäten gesetzt werden ist völlig unverständlich.“ Die Grünen behalten sich parlamentarische Schritte zur Aufklärung der Vorgänge vor.