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06.06.2024 News

Grüne fordern Renaturierung des Raabtals ohne Straßenneubau

Zu sehen ist eine Plakatwand mit dem Spruch "Retten wir unseren Lebensraum" und "Stopp B 68 Neu"

Grüne kritisieren Schwarz-Rotes Greenwashing

Die steirischen Grünen lehnen das Straßenbauprojekt B 68 Neu entschieden ab und werfen der Landesregierung vor, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Diese hatte kürzlich in einer Aussendung behauptet: „Die Straße bietet die Chance, dem betroffenen Raum auch ein Stück Natur zurückzugeben, indem umfangreiche ökologische Begleitmaßnahmen mit dem Infrastrukturprojekt umgesetzt werden”.

Klubobfrau Sandra Krautwaschl stellt klar: „Das ist lächerlich. Es ist kaum zu glauben, dass ein massives Straßenbauprojekt als Umweltschutzmaßnahme verkauft werden soll. Ökologische Maßnahmen müssen unabhängig von zerstörerischen Projekten umgesetzt werden. Was hindert die Landesregierung daran, Renaturierungsmaßnahmen im Raabtal durchzuführen, ohne wertvollen Boden zu planieren und zu asphaltieren?“

Landwirtschaftssprecher Andreas Lackner ergänzt, dass die Landesregierung den Bodenschutz und die Anliegen der bäuerlichen Familienbetriebe weiterhin konsequent ignoriert: „Während die Landesregierung bei ihrer Ablehnung des Renaturierungsgesetzes das Argument der Ernährungssicherheit betont, wird der Schutz fruchtbarer Äcker bei Straßenbauprojekten vollkommen ignoriert. Es ist eine Ironie, dass gleichzeitig behauptet wird, die Ernährungssicherheit zu fördern, während die Lebensgrundlage der Bäuerinnen und Bauern in Fladnitz im Raabtal unwiederbringlich zerstört werden soll.“

In einem Antrag an die Landesregierung fordern die Grünen nun genau jene Maßnahmen für das Raabtal, die die Landesregierung im Zusammenhang mit dem Straßenbauprojekt B 68 Neu umsetzen will: naturnahe Wiesen, Strukturpflanzungen und verbesserte Erholungsangebote im Raabtal – aber ohne den Bau einer neuen Trasse. Stattdessen soll sich die Landesregierung auf den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und auf Sicherheits – und Lärmschutzmaßnahmen auf den bestehenden Straßen konzentrieren. Denn wie der Landesrechnungshof bestätigt, hat das Land Steiermark bei den bestehenden Landesstraßen einen Sanierungsstau von einer halben Milliarde Euro. Insofern ist es doppelt falsch, neue Straßen im Stil des letzten Jahrhunderts zu planen, wenn es nicht einmal gelingt, das bestehende Straßennetz zu erhalten.