Heftige Debatten im Landtag
Grüne bleiben dran am Bodenschutz
Für heftige Debatten im Landtag hat am Dienstag die Dringliche Anfrage der Grünen zu mehr Boden- und Klimaschutz an Wohnbaulandesrat Hans Seitinger gesorgt. Klubobfrau Sandra Krautwaschl forderte vom ÖVP-Regierungsmitglied ein, dem Boden- und Klimaschutz stärker Rechnung zu tragen und konfrontierte ihn mit 20 Fragen, wie das Land mehr Nachhaltigkeit in die steirische Boden- und Baupolitik bringen werde. So gibt es etwa bei der Wohnbauförderung aus Sicht der Grünen reichlich Luft nach oben, ökologische Kriterien spielen bei der Fördervergabe keine tragende Rolle – im Gegenteil: So kann man sich etwa nach wie vor seinen Neubau im Freiland finanziell unterstützen lassen, sogar, wenn man eine Gasheizung einbaut. „Auf der grünen Wiese ein neues Haus hinstellen, also auf Boden, der eigentlich landwirtschaftlich genutzt werden sollte – das ist einfach nicht mehr zeitgemäß!“, betonte die Grüne Landessprecherin.
Die Antworten von Landesrat Seitinger waren wenig zufriedenstellend. „Immerhin hat der Landesrat eingestanden, dass man dazulernt und die Raumordnung immer wieder eine Überarbeitung braucht“, versprach Krautwaschl, am Thema dranzubleiben und weiterhin für echten Bodenschutz zu kämpfen.
UNESCO-taugliches Biosphärenparkgesetz
Erfreulicher verlief ein weiterer Tagesordnungspunkt: Das steirische Biosphärenparkgesetz wurde auf Initiative der Grünen korrigiert und einstimmig beschlossen. Der ursprüngliche Gesetzestext wurde nach Aufforderung von Klubobfrau Sandra Krautwaschl noch dahingehend geändert, dass in Zukunft Wasserkraftwerke im Biosphärenpark dezidiert ausgeschlossen sind. “Ein schöner Erfolg und ein Beweis dafür, dass sich beharrliche Arbeit für die Umweltsache auszahlt!”, freut sich Sandra Krautwaschl.
Grüne Forderung nach krisensicherem Sozialsystem
In der Diskussion über den Sozialbericht 2020/21 im Landtag hielt die Grüne Sozialsprecherin LAbg. Veronika Nitsche fest, dass dieser eindrücklich aufzeigt, wie Sozialleistungen zur Armutsbekämpfung beitragen. Die aktuelle Krise mache aber deutlich, dass ein wirkungsvolles Sozialsystem dringend notwendig ist. Nitsche rief in Erinnerung, dass der Bundesregierung zuletzt ein großer Wurf gelungen ist: Die Sozialleistungen werden künftig automatisch an die Inflation angepasst und jährlich erhöht. „Eine ähnliche Maßnahme braucht es nun auch auf Landesebene“, forderte Nitsche. SPÖ und ÖVP sahen das offenkundig anders. Der entsprechende Entschließungsantrag der Grünen wurde von den Regierungsparteien genauso abgelehnt, wie ein Antrag der Grünen für einen klimafitten Wald.
Der Ruf nach einem fachgerechten Wald-Wildmanagement
Landwirtschaftssprecher LAbg. Andreas Lackner forderte eine Novelle des Jagdgesetzes, die der Forstbehörde mehr gesetzliche Mitsprache beim Wald-Wildmanagement ermöglichen soll. „Unsere Wälder leiden unter dem Druck des Wildes. Die Wildpopulation liegt teilweise um das Zehnfache über dem natürlichen Stand. Das führt zu enormen Verbiss- und Schalenschäden, insbesondere bei Jungbäumchen, die es für die natürliche Waldverjüngung und somit für einen klimafitten Wald so dringend bräuchte“, erklärte Lackner. Insofern müsse die Forstbehörde im Sinne eines klimafitten Waldes in die Abschlussplanung miteingebunden werden.