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26.07.2022 News

Grenz­mur: UN­ES­CO könn­te Titel ab­er­ken­nen

Das in der letzten Landtagssitzung am 5. Juli von ÖVP und SPÖ beschlossene Biosphärenparkgesetz sieht vor, dass der Bau von Wasserkraftwerken in den Kernzonen unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Diesen Umstand haben die Grünen heftig kritisiert, sind mit ihrem Abänderungsantrag aber abgeblitzt. Jetzt weist auch das österreichischen MAB-Nationalkomitee („Man and the Biosphere Programme“ der UNESCO) in einem Brief an Landeshauptmann Drexler und Umweltlandesrätin Lackner auf diesen Missstand hin und fordert dringend eine Änderung des Gesetzes. Die gleichen Bedenken hat auch der WWF, der sich ebenfalls in einem Schreiben an Drexler und Lackner wendet.

 

Das Biosphärenparkgesetz steht eindeutig in Widerspruch zum Kriterienkatalog für Biosphärenparks. Bleibt das Land untätig, droht sogar die Aberkennung des Biosphärenparks „Unteres Murtal“ an der Grenzmur zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg. Denn die Nutzung von Kraftwerken ist im Kriterienkatalog ganz klar verboten, nicht nur, was Solar- und Windkraftanlagen, sondern auch was Wasserkraftwerke betrifft.

 

Klubobfrau Sandra Krautwaschl hält dazu fest: „In der Kernzone soll sich das Ökosystem frei von menschlichen Eingriffen entwickeln. Warum im Gesetz nicht festgehalten ist, dass Wasserkraftwerke in der Kernzone verboten sind, kann ich nicht nachvollziehen. Es braucht hier dringend eine Reparatur des Gesetzes, so wie das nun auch das UNESCO-Nationalkomitee und der WWF klargestellt haben.“

 

Die Grünen haben außerdem auch eine Anfrage an Landesrätin Lackner eingebracht, in der sie unter anderem wissen wollen, auf wessen Veranlassung hin nach (!) der abgeschlossenen Begutachtung des Biosphärenparkgesetzes die Ausnahme für Wasserkraftwerke festgeschrieben wurde.

red Die Grünen Steiermark
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