Fair-Pay und Valorisierung von Kulturförderungen gefordert
Der Grüne Landtagsklub setzt die gerechte Entlohnung im steirischen Kunst- und Kulturbereich auf die Tagesordnung der nächsten Landtagssitzung: Konkret wird die Valorisierung der Kulturförderungen sowie die Berücksichtigung von Fair-Pay – also der gerechten Entlohnung von Kulturarbeit – im Landesbudget gefordert. Das Land soll sich dabei an der Stadt Graz orientieren, wo entsprechende Mittel im Budget vorgesehen sind und Förderverträge valorisiert wurden.
Die Einkommenssituation von Kunst- und Kulturschaffenden ist überwiegend von Unterbezahlung bis hin zur Selbstausbeutung geprägt. Viele Akteur:innen leben in prekären Lebensverhältnissen und sehen sich mit unsicheren Arbeitsbedingungen sowie nachteiligen Beschäftigungsverhältnissen konfrontiert. Um die Bezahlung im Kunst- und Kulturbereich gerechter zu gestalten, hat Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer im Juni 2022 eine Fair-Pay-Initiative gestartet und Maßnahmen gesetzt. In diesem Jahr sind 9 Millionen Euro an Bundesmitteln für Fair-Pay-Zwecke vorgesehen.
Fair-Pay-Maßnahmen in der Steiermark
In der Steiermark haben das Kulturamt der Stadt Graz und die Kulturabteilung des Landes gemeinsam und unter Beteiligung der Szene sowie Statistik Steiermark den Fair-Pay-Gap* im steirischen Kunst- und Kulturbereich erhoben. Die Ergebnisse flossen in die Kulturstrategie 2023 ein, die in der kommenden Landtagssitzung diskutiert wird. Die Grünen nehmen die Debatte zum Anlass, um konkrete Schritte für eine gerechte Entlohnung im Kunst- und Kulturbereich einzufordern. Die Stadt Graz hat bereits vorausschauend einen jährlichen Budgetposten von 600.000 Euro für die Schließung des Fair-Pay-Gaps eingerichtet. Darüber hinaus hat die Stadt die Förderverträge für 2023 mit 8,65 Prozent valorisiert. In einer von den Grazer Grünen initiierten Petition an den Landtag fordert die Stadt Graz das Land Steiermark auf, es ihr gleichzutun und „sowohl für den angestrebten Fair-Pay-Prozess als auch für eine Valorisierung der Kulturförderungen budgetäre Vorsorge zu treffen“.
Grüner Kultursprecher Georg Schwarzl fordert Landesregierung zum Handeln auf
In beiden Punkten ist die Landesregierung bisher säumig: „Die Trägheit, mit der das Land bei diesem Thema agiert, ist besorgniserregend“, kritisiert der Kultursprecher der Grünen im Landtag, Georg Schwarzl. Er fordert die Landesregierung auf, dringend aktiv zu werden und die finanziellen Mittel für eine faire Entlohnung der Kunstschaffenden sowie eine entsprechende Valorisierung der Kulturförderungen bereitzustellen. „Es braucht Unterstützung auf allen Ebenen, um die prekäre Situation zu verbessern und eine faire Entlohnung im Kunst- und Kulturbereich zu gewährleisten. Kunst- und Kulturschaffende leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Vielfalt und Identität. Es ist höchste Zeit, dass ihre Arbeit endlich entsprechend honoriert wird“, so Schwarzl.
*Der Fair-Pay-Gap ist jener Fehlbetrag bei den Personalkosten eines Vorhabens, der für eine faire Bezahlung aller Beteiligten zusätzlich (etwa im Vergleich zum Vorjahr) benötigt wird.