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Zukunft der Landwirtschaft „dringlich“ im Landtag: „Wenn wir nicht den Wandel gestalten, wird der Wandel uns gestalten!“

Der Grüne Agrarsprecher LAbg. Alex Pinter drängte heute im Landtag im Rahmen einer von den Grünen einberufenen „Dringlichen Anfrage“ auf eine nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft und lieferte in seine Rede traurige Fakten: „Seit 1970 hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe wie auch der Beschäftigten in der Landwirtschaft in etwa halbiert. Durchschnittlich schließen jeden Tag in der Steiermark 1,3 landwirtschaftliche Betriebe.“ Und: „In der Steiermark nahm die Fläche der Almen und Bergmähder (artenreiche Flächen, die zudem eine tierwohlgerechte Haltung erlauben) zwischen 1999 und 2018 von 114.000 auf 40.000 ha ab…“

Doch die aktuelle Landwirtschaftspolitik hält diese Entwicklung nicht auf: Laut der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU werden weiterhin intensive, großflächig wirtschaftende Betriebe das meiste Fördergeld abgreifen, erinnerte Pinter: „Das führt auch zu Überproduktion und Preisverfall, und genau hier kann man mit einer bewusst gestalteten Förderpolitik eingreifen.“ Er betonte: „Ein Betrieb kann nicht von heute auf morgen seine Produktionsart umstellen, das sind langfristige Entscheidungen – und man muss den Betrieben dies auch durch die entsprechenden Rahmenbedingungen ermöglichen.“ Denn „es kann ja nicht sein, dass europäisches Produkte, hergestellt mittels Futter aus Südafrika, in Asien marktführend sind – genau diese Zustände werden von unserer derzeitigen Agrarpolitik ermöglicht. Im Schweinefleischexport macht das Chinageschäft 54% der gesamten EU-Ausfuhrmengen aus.“

Aus Grüner Sicht ist klar, „dass daher die Förderprämien für ökologische, extensive, klimafreundliche und tierwohlgerechte Bewirtschaftungsformen deutlich erhöht werden müssen“, so Pinter und nannte Biodiversitätsprämien, Ausgleichszahlungen für benachteiligte Betriebe, Förderung von regionalen Vermarktungswegen sowie mehr Förderung von klimafitter Waldbewirtschaftung als Beispiel.

„Ein Systemwechsel weg von pauschalen Flächenzahlungen ist für die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft unumgänglich“, lautet Pinters Fazit: „Wenn wir nicht den Wandel gestalten, wird der Wandel uns gestalten!“

Mittels Entschließungsantrag fordern die Grünen heute noch die Landesregierung, beziehungsweise insbesondere Landesrat Seitinger auf, „rasch einen umfassenden Maßnahmenplan zur Stärkung der Bio-Landwirtschaft in Kooperation mit allen wesentlichen Akteuren (Bioverbänden, Landwirtschaft, Tourismus, Handel etc.) vorzulegen – mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für bereits ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Biolandwirtschaft zu erleichtern, sowie bei Konsumentinnen und Konsumenten mehr Bewusstsein für die Bedeutung nachhaltiger und regional erzeugter Produkte zu schaffen.“