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Zehn „dringliche“ Fragen zu Kinderbetreuung im kommenden Landtag: „Unsere Kinder müssen uns mehr wert sein!“

Grüne „Dringliche Anfrage“ für kommende Landtagssitzung am nächsten Dienstag eingebracht: Sorge über weitere Entwicklung des elementarpädagogischen Bereichs und der Nachmittagsbetreuung für Schulkinder – die anhaltend schwierigen Arbeitsbedingungen, resultierend aus der großen Gruppengröße bzw. einem niedrigen Betreuungsschlüssel und der mitunter hohen Personalfluktuation, werden begleitet von schlechten Verdienstmöglichkeiten und wenigen Entwicklungs-Möglichkeiten. Die Bildung und Betreuung unserer Kleinsten und Kleinen ist eine wichtige Investition in die Zukunft und sollte jedenfalls nicht als reiner Budgetposten gesehen werden.

 

„Unsere Kinder müssen uns mehr wert sein!“ lautet der treffende Titel der „Dringlichen Anfrage“, die die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck jetzt für die kommende Landtagssitzung am nächsten Dienstag (22. September) eingebracht hat: Anlässlich des neuen AK-Kinderbetreuungsatlas richtet die Grüne Mandatarin dabei zehn „dringliche Fragen“ an Landesrätin Juliane Bogner-Strauß – denn der Bericht legte einmal mehr die Finger in die Wunden in der steirischen Kinderbetreuung, in vielen Gemeinden ist das Angebot unbefriedigend, die Personalsituation spitzt sich weiter zu:

  • 99 der 286 steirischen Gemeinden weisen jedoch nur eine Wertung in der Kategorie B – D auf;
  • 22 Gemeinden (anstatt 29 im Vorjahr) bieten aber keine Betreuungsmöglichkeiten für unter 3-jährige Kinder an;
  • In 66 Gemeinden (anstatt 83 im Vorjahr) gibt es nur Halbtagskindergartengruppen, was eine Berufstätigkeit zumindest eines Elternteils (nach wie vor in den meisten Fällen die Mütter) nur sehr bedingt zulässt;
  • 58 Gemeinden (anstatt 67 im Vorjahr) bieten nach wie vor keine umfassende Betreuungsmöglichkeit für Volksschulkinder am Nachmittag (zumindest vier Tage die Woche).

 

Der Bericht zeigt außerdem einen eklatanten Rückgang bei Tageseltern auf. So hat sich die Zahl seit 2014 um nahezu ein Viertel (mehr als 140 Personen) reduziert. Daraus resultierend suchen laut der Arbeiterkammer nahezu alle großen steirischen Träger Personal in diesem Bereich.

Dazu kommt: Die großen Träger in der Steiermark suchen zudem ElementarpädagogInnen, KinderbetreuerInnen und Nachmittags- bzw. FreizeitpädagogInnen. Summiert man die Stellenausschreibungen der größeren

Träger in der Steiermark, so werden knapp 60 Personen für die Bildung und Betreuung im Bereich Elementarpädagogik und Volksschule (Nachmittags- bzw. Freizeitbetreuung) gesucht.

„Neben der Freude über kleinräumige Verbesserungen bleibt die Sorge über die weitere Entwicklung des elementarpädagogischen Bereichs und der Nachmittagsbetreuung für Schulkinder“, so LAbg. Lara Köck. „Die anhaltend schwierigen Arbeitsbedingungen, resultierend aus der großen Gruppengröße bzw. einem niedrigen Betreuungsschlüssel und der mitunter hohen Personalfluktuation, werden begleitet von schlechten Verdienstmöglichkeiten und wenigen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Bildung und Betreuung unserer Kleinsten und Kleinen ist eine wichtige Investition in die Zukunft und sollte jedenfalls nicht als reiner Budgetposten gesehen werden“, fordert sie.

 

Die Fragen Köcks an Bogner-Strauß lauten:

Wie schätzen Sie die Personalsituation in den steirischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen generell ein, und wie wird sich diese voraussichtlich entwickeln?

Welche Informationen zu Personalengpässen in einzelne Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. bei einzelnen Trägern liegen Ihnen vor?

Können Ihrer Einschätzung nach aktuell ausgeschriebene Stellen zeitnah besetzt werden?

Welche konkreten Schritte plant das Land Steiermark, um mehr BAfEP-AbsolventInnen für den Beruf der ElementarpädagogIn zu gewinnen?

Welche konkreten Schritte setzt das Land Steiermark, um dem Personalmangel in den steirischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen (in den Bereichen Elementarpädagogik, Kinderbetreuung/Tageseltern, Nachmittags- bzw. Freizeitbetreuung) entgegenzuwirken?

Was sind die Gründe für die relativ hohe personelle Fluktuation in privaten Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen?

Die Steiermark ist nach wie vor Schlusslicht im Bundesländerranking der Betreuungsquote (16,9 % im Alter von 0 – 2 Jahren; 88,1 % im Alter von 3 – 5 Jahren; 5,2 % im Alter von 6 bis 9 Jahren in der Nachmittags- bzw. Freizeitbetreuung oder im Hort). Welche konkreten Schritte werden Sie setzen, um die Situation zu verbessern?

Gibt es Ihrerseits Bemühungen in Gemeinden der Kategorie D den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen speziell voranzutreiben?

Wie können Sie sich konkret dafür einsetzen, dass die Gehälter im vorschulischen Bereich entsprechend der Wichtigkeit der elementaren Bildung deutlich erhöht werden?

Wie können Sie eine Verbesserung der Personalausstattung in Kindergärten (eine KindergartenpädagogIn und zwei KinderbetreuerInnen – Betreuungsschlüssel 8:1) vorantreiben?

Welche budgetären Aufwendungen wären dafür erforderlich?