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am 4. April

Rasch umsetzbare Maßnahmen gegen die Klimakrise!

Sandra Krautwaschl - „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen der Klimakrise zu spüren bekommt – und die letzte, die noch etwas dagegen unternehmen kann!“

Wir fordern rasche Klimaschutz-Maßnahmen!

In der mit 1767 beginnenden Messgeschichte Österreichs war ein Zeitraum von zwölf Monaten noch nie so ungewöhnlich warm wie von April 2018 bis März 2019. Verglichen mit dem - ohnehin schon sehr hohen - Klimamittel 1981 bis 2010 lag der Zeitraum April 2018 bis März 2019 um 2,2 °C über dem Durchschnitt. (In den Alpen sind die Temperaturen in den vergangenen 120 Jahren um knapp zwei Grad Celsius gestiegen – beinahe doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt.)

Das Winterhalbjahr (Oktober 2018 bis März 2019) war im Gebiet von Unterkärnten über die südliche Steiermark bis zum Südburgenland eines der trockensten der Messgeschichte.

Die Grüne Landtagsspitzenkandidatin Sandra Krautwaschl​ und die Grüne Grazer Umweltstadträtin Judith Schwentner​ drängten daher heute in einem gemeinsamen Pressegespräch auf „rasche Sofort-Maßnahmen für den Klimaschutz“.

Es sei ermutigend, dass in Graz (und in vielen anderen Städten) unter dem Namen „Fridays for Future“ morgen wieder unzählige Jugendliche „für ihre aber auch für unsere Zukunft“ demonstrieren werden –dieses Engagement der Jugend sehen die Grünen als Ansporn für die Forderung und Umsetzung konkreter Klimaschutz-Maßnahmen, die sich rasch umsetzen lassen: „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen der Klimakrise zu spüren bekommt – und die letzte, die noch etwas dagegen unternehmen kann!“

„Die Klima-Ziele für 2030 wurden in der steirischen Klima- und Energiestrategie festgelegt. Der konkrete Maßnahmenplan dazu wurde mit Jänner 2019 vom zuständigen Landesrat angekündigt, aber ruht derzeit in einer Schublade, vermutlich traut sich die Landesregierung bei einigen Forderungen, die in den Fachabteilungen erarbeitet wurden, nicht drüber, wie zum Beispiel beim aus Ölheizungen bei Neubauten und der Forderung nach eine CO2-Steuer. Je mehr Zeit verstreicht, desto einschneidender müssen aber die Maßnahmen werden, um die Ziele noch erreichen zu können. Werden die Ziele verfehlt, droht ein Vertragsverletzungsverfahren und der notwendige Zukauf von Emissionszertifikaten. Das Wegener Center rechnet hier mit bis zu 10 Milliarden Euro für Österreich - Geld, das jetzt sinnvoll in Klimaschutzmaßnahmen investiert werden könnte“, betonte Krautwaschl.

 

Auch Schwentner übte Kritik an der Grazer Stadtregierung: „Wie ernst nimmt Schwarz-Blau den Klimawandel tatsächlich? Erst im November wurde im Gemeinderat einen Klima-Aktionsplan 2022 beschlossen – einstimmig! Zwei zentrale Herausforderungen darin sind Grünraum und Mobilität. Aber Papier ist bekanntlich geduldig, weil was macht Schwarz-Blau? Tausende Bäume am Murufer roden, der Mühlgang soll zugeschüttet werden, für die Augartenbucht werden 40 Bäume gefällt, am Plabutsch soll Grünraum für ein Prestigeprojekt geopfert werden, durch die Josef-Huber-gasse soll eine Stadtautobahn gebaut werden…“

Die Grünen legten heute folgende Forderungen auf den Tisch:

 …für die Steiermark:

Klimaschutzoffensive im Verkehr: 365 Euro Öffi-Jahresticket auch in der Steiermark nach Vorbild Wien und Vorarlberg. Plus: Nahverkehrsoffensive: Ausbau und Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs vor allem im Ballungszentrum Graz. (Allein 2017 und 2018 haben die Unwetterschäden die Steiermark 70 Millionen Euro gekostet. Damit könnte man das 365-Euro-Ticket für die gesamte Steiermark fünf Jahre lang finanzieren. Versicherer sprechen von einem „Katastrophenjahr“ – und fordern die Politik zum Handeln auf.

Klimaschutz durch Energieeffizienz: Gebäudebestand klimafit machen. Rascher Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe bei einer gleichzeitigen deutlichen Verbesserung der Gebäudeeffizienz in Richtung CO2-neutrale Gebäude​.

Klimaschutz durch Raumplanung und Bodenschutz: Raumplanungsinstrumente spielen im Klimaschutz eine sehr wichtige Rolle.  Eine Vermeidung weiterer Zersiedelung und Bodenversiegelung muss endlich umgesetzt werden. Ökologisch bedeutsame Freiräume wie unzerschnittene naturnahe Räume und Korridore müssen erhalten bzw. revitalisiert werden.

Klimaschutz durch Abfallvermeidung: Verringerung der Abfallmengen durch Reduce (Verringerung), Re-Use & Repair (Wiederverwendung und Reparatur) und Recycle (Wiederverwertung)

Klimafreundliche Ernährungswende: Biologisch und regional produzierte Lebensmittel vermeiden Transport und Pestizide und schützen das Klima: 20.000 zusätzliche BioproduzentInnen. 100 Prozent Bio in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen.

Klimaschutz durch Bildung: Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis zur Mittelschule, setzen Unterrichtsschwerpunkte zu den Themen Energie und Klima. Ein flächendeckendes Netz von mit Solarstrom versorgten zertifizierten „Sonnenschulen und Sonnenkindergärten“ macht die Energiewende spürbar.

Umfassende, effiziente und naturverträgliche Energiewende, die auch die sozialen Aspekte nicht außer Sicht lassen. Diese wird nur gelingen, wenn neben der deutlichen Senkung des Energieverbrauches auch die Ökostromförderungen nur unter Einhaltung konkreter Naturschutzkriterien vergeben werden. Raus aus den Fossilen, rein in die Erneuerbaren. Konventionelle Energien und ihre Gewinnung gehören zu den größten Naturzerstörern weltweit. Energie aus Wind, Sonne und Wasser ist die Zukunft.

 …in Graz:

Radoffensive: Der aktuelle Modal Split hat ergeben, dass der Radverkehr wieder zunimmt. Das ist gut so, die Menschen sind hier weiter als die zuständigen PolitikerInnen. Jetzt heißt es Infrastruktur schaffen, Raum neu verteilen und Vorrang für die umweltfreundliche sanfte Mobilität - Radwegeausbau statt neuer Straßen für den Autoverkehr.

Straßenbahnausbau forcieren statt Gondelträume träumen: Dringend Erschließung über den Griesplatz und in den Westen jetzt - oberste Priorität.

Grünraumoffensive: Das beginnt bei der Begrünung von stadteigenen Fassaden und Dächern, geht über die Einrichtung kleiner Grünraumnischen in den Bezirken bis zum Schmetterlingswiesen und dem Zukauf von Flächen. Aktiv entsiegeln, wo es möglich ist. 

Mehr Bäume in die Stadt: Wir haben das jetzt selbst in die Hand genommen und eine Förderung für den Privatbereich ins Angebot genommen. Aber es fehlen die großen Würfe für das öffentliche Gut. Zu kleinzeilig und zu wenig konsequent umgesetzt. Beispiel aus der hauseigenen Verkehrsplanungsrichtlinie der Stadt. Ab vier KFZ-Stellplätzen ist zumindest ein den Parkplätzen zugeordneter Laubbaum zu pflanzen und dauerhaft zu erhalten.

Schaffen von Wasserflächen: Vor allem in Siedlungen und stark versiegelten Gebieten. Aber auch der Erhalt der Biotope ist nötig (Beispiel Reininghaus – Teich weg).



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