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am 29. Mai

Fünf Tipps, wie du Lebensmittelverschwendung vermeidest!

Sandra Krautwaschl - Österreichische Haushalte entsorgen jährlich bis zu 157.000 Tonnen angebrochene und original verpackte Lebensmittel. Die meisten wären noch genießbar. Dagegen müssen wir etwas tun!

WELCHE LEBENSMITTEL LANDEN IM MÜLL UND WIESO?

Am häufigsten werfen wir Brot- und Backwaren, gefolgt von Obst und Gemüse in die Tonne. Sehr oft finden auch Lebensmittel im Originalzustand (unangebrochen und/oder verpackt) den Weg in die Mülltonne. Diese Lebensmittel müssten gar nicht im Müll landen und tun es nur, weil sie kleine ‚Mängel‘ aufweisen.

Angebrochene Lebensmittel landen leider auch sehr häufig im Müll. Meist, weil wir falsch oder zu viel eingekauft haben. In Supermärkten sind wir oft mit Angeboten wie „Kauf zwei, zahl eins“ konfrontiert. Dies führt in der Regel dazu, dass wir zwei Salatköpfe kaufen und der zweite Salatkopf in der Tonne landet. Für den Supermarkt ist das ein gutes Geschäft. Eigentlich kaufen wir damit aber nur ein weiteres Lebensmittel für die Tonne.

DER SALATKOPF IM MÜLLEIMER TRÄGT AUCH ZUM KLIMAWANDEL BEI

Für die Produktion von Lebensmitteln werden große Mengen an Wasser benötigt. Für Ernte, die Lagerung (vor allem Kühlung) und den Transport sind große Ressourcenmengen erforderlich, die einen starken Einfluss auf den Klimawandel haben. Umgekehrt gibt es durch die voranschreitenden Klimaveränderungen immer häufiger unvorhersehbare Ernteausfälle aufgrund von Dürren oder Überschwemmungen. Der Salatkopf, der im Mülleimer landet, ist ein „Umsonst“-Produkt, das auf lange Sicht gesehen zusätzlich unnötigen Schaden verursacht. 

JEDER EINZELNE KANN DER LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG ENTGEGENWIRKEN!

1.) RICHTIG EINKAUFEN

Ob Lebensmittel irgendwann im Müll landen, entscheidet sich meist schon beim Einkauf. Vor jedem Einkauf sollten wir darüber nachdenken, welche Lebensmittel, in welcher Menge, wir wirklich benötigen. Und steht man dann im Laden, sollen auch wirklich nur das gekauft werden. Viel zu oft lassen wir uns von Rabattaktionen und Sonderangeboten verleiten und kaufen dadurch mehr, als wir eigentlich benötigen.

In Supermärkten liegen auch oft Waren, die weite Wege zurücklegen mussten und bereits wochenlang unterwegs waren, bevor sie bei uns im Einkaufswagen landen. Das wirkt sich auf die Haltbarkeit des Produkts aus. Ein wesentlicher Beitrag kann also durch den Kauf von regionalen und saisonalen Produkten geleistet werden.

2.) RICHTIGE LAGERUNG VERLÄNGERT DIE HALTBARKEIT

Viele Obst- und Gemüsesorten vertragen weder die sommerliche Hitze noch die kalten Kühlschranktemperaturen. Gemüsesorten wie Zucchini, Melanzani, Gurken, Tomaten und Paprika mögen es zwar kühl und dunkel, gehören aber nicht in den Kühlschrank. Bei dieser Kälte verlieren viele Gemüsesorten schnell ihr Aroma, ihre Vitamine und ihre Haltbarkeit.

Und auch wenn das Gemüse außerhalb des Kühlschranks an einem kühlen, dunklen Ort lagert, soll nicht jede Sorte gemeinsam aufbewahrt werden. Tomaten und Äpfel geben zum Beispiel Ethylen ab, was andere Gemüsesorten schnell altern und verderben lässt.

Ebenfalls nicht in den Kühlschrank gehören viele Obstsorten, wie zum Beispiel Äpfel, Bananen, Ananas, Mango und Zitrusfrüchte.

Erdbeeren und andere Beerensorten gehören wiederum in den Kühlschrank, sind aber in der Regel sehr empfindlich und sollten schnell verzehrt werden.

Brokkoli, Karfiol, Karotten, Radieschen (beides ohne Grün!) fühlen sich im Gemüsefach des Kühlschranks am wohlsten.

Fleisch- und Milchprodukte gehören auf jeden Fall in den Kühlschrank. Aber auch hier kommt es auf die richtige Lagerung an. Für jedes Lebensmittel gibt es im Kühlschrank den richtigen Lagerplatz.

Im oberen Fach hat es meist zwischen +5 und +8 °C. Hier sollte man Käse, Fertiggerichte, Speiserechte, Kuchen und Eier aufbewahren. In der Mitte hat es meist so um die +4 C. Das ist die perfekte Temperatur für Milchprodukte. Fleisch- und Wurstwaren sowie Fisch gehören in das Fach über dem Gemüsefach. Bei 0 bis +2 °C halten diese Produkte am längsten. In das Gemüsefach kommt dann - eh klar - das Gemüse.

3.) NICHT SO SEHR AUF DAS MINDESTHALTBARKEITSDATUM ACHTEN

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) sagt in der Regel nichts über die aktuelle Beschaffenheit des Produkts aus. Es gibt lediglich darüber Auskunft, bis zu welchem Datum der Hersteller ein makelloses Produkt garantiert. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Viele Lebensmittel sind auch darüber hinaus noch genießbar. Bei intakter Verpackung sind viele Produkte noch Monate nach Ablauf des MHD genießbar. In diesem Fall ist es immer ratsam, sich auf seine Sinne zu verlassen. Meist verraten Geruch, Farbe und Konsistenz eines Lebensmittels schon sehr viel über dessen Frischezustand.

4.) BEWAHRE ANGEBROCHENE LEBENSMITTEL SICHTBAR IM KÜHLSCHRANK AUF

Manchmal kann es schon passieren, dass man auf angebrochene Lebensmittel im Kühlschrank vergisst. Das lässt sich ganz einfach vermeiden. Und zwar indem man angeschnittenes Gemüse oder offene Packungen sichtbar platziert. So wird man jedes Mal, wenn man den Kühlschrank öffnet, daran erinnert, dass diese Lebensmittel noch aufzubrauchen sind. Und das bringt uns auch schon zum nächsten und letzten Punkt: Resteverwertung.

5.) RESTE VERWERTEN, FOOD COOPS UND FOODSHARING

Es kann schon vorkommen, dass das Auge größer war als der Hunger und man einfach zu viel gekocht hat oder das eine oder andere Lebensmittel zu viel im Einkaufswagen gelandet ist. Deswegen sollten diese Lebensmittel aber nicht gleich in den Müll wandern.

Speisereste können im Kühlschrank oder im Gefrierfach aufbewahrt werden und zu einem späteren Zeitpunkt verzehrt werden. Reste, die noch nicht in Speisen verarbeitet wurden aber schon angeschnitten oder geöffnet sind, erfordern etwas Kreativität.

Es gibt bereits unzählige Kochbücher, Blogs und Artikel im Internet, die dir diese Kreativität in der Resteverwertung abnehmen. Was eigentlich fast immer geht sind Smoothies, Gröstl aller Art, Salate, Aufläufe etc. 

GRÜNE LANDTAGS-INITIATIVE

Wir nehmen den sorglosen Umgang mit Lebensmitteln auch ins Visier: 760.000 Tonnen Lebensmittel landen in Österreich Jahr für Jahr im Abfall – und trotz diverser „bewusstseinsbildender Maßnahmen“ konnte hier noch keine Trendumkehr erreicht werden. Sandra Krautwaschl, unsere Umweltsprecherin der Grünen im Landtag, will jetzt konkrete Maßnahmen sehen: „Das Land Steiermark muss mit gutem Beispiel vorangehen!“ – sie fordert als ersten Schritt, dass die Landesregierung innerhalb ihrer Zuständigen „einen konkreten Plan erstellt, wie die Lebensmittelabfälle in den kommenden Jahren reduziert werden.“ Aber: Auf einen entsprechenden Antrag der Grünen hin, konnte der zuständige Landesrat Johann Seitinger nicht einmal konkrete Zahlen liefern, wieviel Lebensmittelabfall „landesintern“ anfällt – er verweist nur auf mehrere „bewusstseinsbildende Maßnahmen“… „Es ist ja schön, dass sich das Land bewusst ist, dass wir hier ein Riesen-Problem haben“, so Krautwaschl: „Aber es braucht konkrete Schritte!“ In Frankreich hat die Regierung vor rund einem Jahr mit großer und parteiübergreifender Mehrheit beispielsweise ein Gesetz beschlossen, das Supermärkte dazu verpflichtet, abgelaufene, aber noch genießbare Ware für wohltätige Zwecke zu spenden, so Krautwaschl: „Unverkaufte Ware soll gespendet, als Tiernahrung genutzt oder als Kompost für die Landwirtschaft verwendet werden. Supermärkte mit einer Fläche von über 400 Quadratmetern werden verpflichtet, ein Abkommen mit einer karitativen Organisation für Lebensmittelspenden zu schließen. Auch darüber muss man bei uns nachdenken, denn, wie zahlreiche Experten bestätigen: Nur an freiwilliges Handeln zu appellieren, ist zu wenig.“

HIER DER GRÜNE ANTRAG:

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