Steirisches Pflegemanagement: Aus Fehlern muss endlich rasch gelernt werden – es ist die Aufgabe von Landesrätin Bogner-Strauß, die Zukunft der Pflege krisensicher zu gestalten!

„Schon im Mai 2020 haben wir zum ersten Mal mit einer Dringlichen Anfrage die Corona-Situation in den steirischen Pflegeheimen thematisiert und seit damals immer wieder nachgefragt“, betonte die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl zu Beginn ihrer Rede zur Grünen „Dringlichen“ im heutigen Sonderlandtag. Doch die Situation hat sich nicht verbessert – im Gegenteil: Sie wurde noch dramatischer.

Durch die Impfungen steht nun eine gewisse Entlastung bevor – doch die Aufgabe, die Heime zu schützen, bleibt aktuell, betonte Krautwaschl: Landesrätin Bogner-Strauß hatte in ihren Antworten in den letzten Monaten vor allem auf die Sommerakademie verwiesen, um die Heime auf den Corona-Herbst vorzubereiten – „grundsätzlich eine gute Idee“, wie auch Krautwaschl fand, bloß: „Offenbar haben die Maßnahmen nicht ausreichend genützt. 55 Prozent der Menschen, die in der Steiermark an Corona gestorben sind, sind in einem Pflegeheim gestorben – das ist mit Abstand der größte Wert in Österreich.“

Ein Punkt der dabei den Grünen ins Auge sprang ist ein kürzlich bekannt gewordenes Schreiben der Wirtschaftskammer/Fachgruppe Gesundheitsberufe, in dem die Heime vor dem Besuch der Sommerakademie gewarnt wurden – Krautwaschl sprach heute dabei von einem Versuch, „die Bestrebungen des Landes zu unterwandern, gerade vor dem Hintergrund der bekannt kleinteiligen Pflegestruktur mit den vielen Heimen in der Steiermark“. Dazu bestätigte Bogner-Strauß auch in ihrer heutigen Anfragebeantwortung, dass die Teilnahme an der Sommerakademie unerfreulicherweise nicht hoch war – und sie wies darauf hin, dass die Wirtschaftskammer mit ihr keinen Kontakt aufgenommen habe, der Brief aber bekannt gewesen sei. „Aus meiner Sicht wäre notwendig gewesen, auf die Wirtschaftskammer einzuwirken, diese Aussagen zurückzuziehen“, so die Grüne Klubobfrau. „Das Land muss sicherstellen, dass alle Pflegeheime an solchen Veranstaltungen sicher teilnehmen können!“

„Das Land Steiermark hat den Sommer unzureichend genützt, sich auf den Herbst vorzubereiten“, kritisierte Krautwaschl

„Das Ende der Pandemie ist noch nicht absehbar – wir müssen jetzt aus den Fehlern lernen, denn das Thema wird uns weiter begleiten“, forderte Krautwaschl „den Blick in die Zukunft zu lenken“. Aus Grüner Sicht „ist es die Aufgabe der Landesrätin, die Pflege-Zukunft krisensicher zu gestalten!“

Daher braucht „es jetzt für alle Menschen in der Steiermark niederschwellige Testmöglichkeiten“, forderte Krautwaschl. Und: „Die Ressourcen für das Contact-Tracing müssen jetzt weiter ausgebaut werden, um für einen möglichen Anstieg der Infektionen gerüstet zu sein – und damit sich die Situation vom Herbst nicht wiederholt!“ All das wird den Pflegeheimen nur nützen, wenn es genügend Personal gibt, betonte die Grüne Klubobfrau und forderte daher in ihrem Entschließungsantrag auch konkrete Schritte zur Errichtung eines Krisenpersonalpools zu setzen, um Pflegewohnheime und Krankenanstalten im Bedarfsfall mit Pflegekräften unterstützen zu können.