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Schweinezucht-Missstände werden Thema im kommenden Landtags-Ausschuss: Grüne drängen auf Aus für Vollspaltenböden

Grüner Antrag für Aus für Vollspaltenböden am Dienstag auf der Landtagsausschuss-Tagesordnung.

 

Die gestern vom VGT angezeigten Zustände im Betrieb des Obmanns der „Schweinezucht Steiermark“ lassen den Grünen Tierschutzsprecher LAbg. Georg Schwarzl einmal mehr für ein Verbot der Vollspaltenböden appellieren – ein diesbezüglicher Grüner Antrag wird bereits am kommenden Dienstag übrigens auf der Landtagsausschusstagesordnung stehen.

„Fünf europäische Länder haben den Vollspaltenboden in der Schweinehaltung bereits explizit verboten, darunter der größte Schweineproduzent der EU, nämlich Dänemark, aber auch die Niederlande“, verweist Schwarzl. Mögliche Alternativen sind die tief mit Stroh eingestreute Haltung, natürliche Weide- oder Freilandhaltung und die Haltung auf einer Mehrflächenbucht, die teilweise perforiert ist, aber auch eine planbefestigte Liegefläche bietet. Diese muss dann mit einem weichen organischen Material eingestreut werden. Eine Mehrflächenbucht muss mehr Platz pro Schwein bieten als eine Bucht mit Vollspaltenboden, weil auf der Liegefläche ja alle Tiere gleichzeitig liegen können müssen.

Schwarzl fordert in seinem Antrag die Landesregierung auf,

  1. in der Steiermark Unterstützungsangebote anzubieten, damit der Ausstieg aus der Schweinehaltung auf Vollspaltenböden vorangetrieben wird,
  2. nach dem Vorbild Vorarlbergs künftig keine Förderungen mehr für die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden und in sogenannte Kastenstände, in denen sich Tiere nicht einmal umdrehen können, zu gewähren, und
  3. an die Bundesregierung heranzutreten und diese zu ersuchen, eine Novelle des Tierschutzgesetzes im Nationalrat einzubringen, die ein Verbot der Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden und einen verpflichtenden planbefestigten Liegebereich mit weicher organischer Einstreu vorsieht.

Die Fotos, die der VGT gestern veröffentlichte (siehe hier https://vgt.at/presse/news/2020/news20200930mn.php), zeigen ein katastrophales Bild: In einem Teil des Betriebs gibt es einen Vollspaltenboden, wo die Schweine auf den harten Betonspalten über ihren eigenen Fäkalien dahinvegetieren. In drei anderen Hallen dagegen wurde ein Teilspaltenboden eingezogen, d.h. neben dem Spaltenboden gibt es auch einen planbefestigten Bereich. Hier drückt es Gülle zwischen den Spaltenbereichen zentimetertief nach oben. In mehreren Buchten bedeckt dieser Exkrementesee die gesamte Buchtenfläche.

Schwarzl appelliert auch an die zuständige Ministerin Köstinger, endlich aktiv zu werden – und verweist darauf, dass im Programm der Bundesregierung ja in Bezug auf die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden folgendes Ziel festgeschrieben wurde: die „langfristig flächendeckende Einführung besonders tierfreundlicher Haltungsformen, wie Stallhaltung mit Einstreu“. Damit wird erstmals in einem Regierungsprogramm auf Bundesebene der Ausstieg aus dieser dem Tierwohl widersprechenden Haltungsform als Ziel angestrebt.