Schöckl morgen im Landtag: Grüne fordern „runden Tisch“ für nachhaltiges BesucherInnen-Lenkungskonzept

Die Natur- und Kulturlandschaft des Schöckl im Norden von Graz ist bekanntlich ein hochwertiger Naherholungsraum für Wanderungen und Freizeitsport. Das Gebiet verzeichnet seit einigen Jahren einen überdurchschnittlichen Zuwachs an BesucherInnen, und vor allem jetzt in der Corona-Zeit zieht es immer mehr Menschen spontan aus der Stadt in die nahe Natur.

Bevölkerung, GrundbesitzerInnen und SchöcklbesucherInnen klagen jedoch zunehmend über vorhandene Verkehrsprobleme, verursacht dadurch, dass das Angebot an Öffentlichem Verkehr bzw. an Shuttlediensten zu wenig attraktiv und die Parkraumbewirtschaftung vor Ort völlig unzeitgemäß gelöst ist – die Grünen starteten daher eine Landtagsinitiative um die Situation zu verbessern. Doch in der vorliegenden Stellungnahme Regierungsstellungnahme dazu sieht die Landesregierung zur Verwunderung der vielen Betroffenen keinen Handlungsbedarf: Es seien ohnehin Verbesserungen der Anbindung an den öffentlichen Verkehr durchgeführt worden. Des Weiteren hält die Landesregierung fest: „Da sich das derzeitige Angebot im Spannungsfeld zwischen den finanziellen Möglichkeiten der Gebietskörperschaften, der Auslastung, den verkehrlichen Möglichkeiten sowie der Wirtschaftlichkeit befindet, ergibt sich für das Land Steiermark derzeit kein Handlungsbedarf, zusätzliche finanzielle Mittel hierfür bereit zu stellen.“ Medienberichte, die Bilder von übervollen Parkplätzen und unzählige Beschwerden von GrundbesitzerInnen, BewohnerInnen aber auch von Schöckltagesgästen, sprechen allerdings eine ganz andere Sprache, so der Grüne Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner, der jetzt für die morgige Landtagssitzung einen Entschließungsantrag einbringt und darin einen „runden Tisch“ mit der Stadt Graz, den betroffenen Gemeinden (St. Radegund, Stattegg, Semriach, Weinitzen), VertreterInnen der Tourismuswirtschaft und VertreterInnen von Alpenverein und Naturfreunden fordert – mit dem Ziel ein nachhaltiges BesucherInnenlenkungskonzept für den Schöckl zu entwickeln. Außerdem verlangt er, ein Radverkehrskonzept für das Schöcklgebiet vorzulegen, um hier dem touristischen Radverkehr, aber auch für die tägliche Alternative zum PKW im Berufsverkehr sichere Routen anzubieten und den Anschluss an das Grazer Radwegenetz sowie eine Verbindung Richtung Weiz und nördlich des Schöckl herzustellen.

„Es ist unerlässlich, dass endlich alle Akteure an einem Tisch sitzen, den Dialog suchen und im Zusammenwirken ein zeitgemäßes BesucherInnenlenkungskonzept mit klaren Verbesserungen erarbeiten“, so Schönleitner.