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Photovoltaik-Diskussion: Grüne starten Gesetzesinitiative für verantwortungsvollen Einsatz der Sonnenenergie – Fokus auf Bestückung bestehender Gebäude, denn Energiegewinnung soll nicht auf Kosten der landwirtschaftlichen Produktionsflächen gehen

In der Diskussion um den Bau einer großen Photovoltaikanlage in Weißkirchen meldet sich heute auch der Grüne Agrarsprecher im Landtag, Alex Pinter, zu Wort: „Sonnenergie ist definitiv ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Aber wie viele Dinge muss auch diese Art der Energiegewinnung verantwortungsvoll eingesetzt werden. In der Landwirtschaft gibt es einiges an Potential für die nachhaltige Produktion von Strom- allerdings darf dies nicht auf Kosten der landwirtschaftlichen Produktionsflächen gehen“, hält er auf seiner Facebookseite fest. „Der Fokus muss zuallererst auf der Panelbestückung von bestehenden Gebäuden liegen, weiters auf bereits versiegelten Flächen oder auf Areale, die nicht auf andere Art genutzt werden können – natürlich muss dabei auch der Landschaftsschutz miteinbezogen werden.“ Und: „Werden landwirtschaftliche Produktionsflächen herangezogen, dann muss hier die Doppelnutzung eindeutig priorisiert werden.“ Um energieeffiziente Anlagen zu fördern, sei weiters eine Flächenbegrenzung sinnvoll, so der Grüne, der dazu auch auf eine aktuelle Landtagsinitiative der Grünen Fraktion verweist: Im frisch eingebachten Antrag (siehe hier) fordern Klubobfrau Sandra Krautwaschl & Co eine Änderung im steirischen Raumordnungsgesetz: Denn dieses „sieht aktuell eine spezifische Widmung für Photovoltaikanlagen und somit Voraussetzungen, unter denen eine im Freiland gelegene Fläche dafür in Frage kommt, nicht vor. Im Sinne des Natur-, Umwelt- und Artenschutzes – und um den Druck auf die Gemeindebehörden sowie der steirischen LandwirtInnen zu vermindern – ist es also dringend notwendig, solche Voraussetzungen zu definieren.“, so Krautwaschl. Grundsatz im Grünen Gesetzesvorschlag muss sein, „dass zur Versorgung mit Solar- bzw. Photovoltaik-Energie primär bereits bestehende bzw. zu errichtende Flächen an bzw. auf baulichen Anlagen dienen sollen. Da die so generierbaren Kollektorflächen insbesondere für die Versorgung mit elektrischer Energie auf diese Weise die ambitionierten, aber unbedingt unterstützenswerten Ziele der Bundesregierung nicht bewerkstelligen können werden, wird es notwendig sein, auch Freiland-Grundstücke zu diesem Zweck heranzuziehen. Hier gilt es, eine Balance zwischen Klimaschutz auf der einen sowie Landschafts-, Arten- und Naturschutz auf der anderen Seite zu schaffen, sodass die Doppelnutzung von bereits in Verwendung stehenden Grundstücken der Errichtung großflächiger Anlagen auf der „grünen Wiese“ oder gar dem Umbau von Ackerflächen zu Photovoltaik-Parks klar vorzuziehen ist. Denn über Doppelnutzungen lassen sich ökologische Mehrwerte generieren. So können einerseits bestehende Agrarflächen vor der kontinuierlich fortschreitenden Bodenversiegelung (ca. 13 ha/Tag in Österreich; optimalerweise führen moderne PV-Elemente auf Punktfundamenten zu einem minimalen Bodenverbrauch) und so ihre vielfältigen Funktionen (z.B. regionale Lebensmittelproduktion, CO2-Speicher, Klimaregulator) gewahrt werden. Andererseits kann sich das synergetisch genutzte Grünland, das oft auch für extensive landwirtschaftliche Nutzungsformen zugänglich ist, zum wertvollen Lebensraum einer diversen Flora und Fauna entwickeln“, so Pinter und Krautwaschl.