fbpx

Pflegenotstand: Steiermark ist österreichweites Schlusslicht – es braucht einen Kurswechsel

Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl im Landtag: „Pflege ist eine Frage der Menschenwürde – für die Menschen, die Pflege brauchen, aber auch für die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten!“

 

Den Rechnungshofbericht zur Situation der Pflege nahm die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl heute im Landtag zum Anlass, um vehement auf einen „strukturellen Umbau des Pflegesystems in der Steiermark“ zu drängen – denn der Rechnungshof zeigt schwarz auf weiß, dass die Steiermark in vielen wichtigen Bereichen bei der pflege österreichweites Schlusslicht ist.

In der Steiermark sind die Ausgaben für die Pflege am höchsten: Weil die Steiermark aufgrund jahrzehntelanger Fehlsteuerungen am meisten an den stationären – und hier meist gewinnorientierten – Bereich gebunden ist. Gleichzeitig ist der Ausbau der mobilen Pflege, beziehungsweise alternativer Wohnformen, in der Steiermark am weitestens hinten…“, so Krautwaschl, die auch das Thema der Arbeitsbedingungen im Pflegebereich in den Mittelpunkt rückte: „Pflege ist eine Frage der Menschenwürde – für die Menschen, die Pflege brauchen, aber auch für die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten“, so Krautwaschl. 80 Prozent der Menschen werden von ihren Angehörigen gepflegt, größtenteils von Frauen, wie die Grüne Klubobfrau hinwies: „Wir müssen die Arbeitsbedingungen der Menschen in diesem Bereich verbessern!“, brachte sie es auf den Punkt.

Krautwaschl forderte daher heute im Landtag drei konkrete Punkte von der Landesregierung:

  • Die Angebote der Pflege auf Basis der Ermittlung des individuellen Pflegebedarfs flexibel einzusetzen und zu diesem Zweck die mobile Pflege und Tagesbetreuung massiv auszubauen, damit der Bedarf an Pflegeheimplätzen nachhaltig sinkt,
  • Gerechtigkeit für pflegende Angehörige durch einen Rechtsanspruch auf familiententlastende Dienste zu schaffen und
  • gewinnorientierte Strukturen in der stationären Pflege nach und nach zugunsten gemeinnütziger Anbieter zurückzudrängen und zu diesem Zwecke ein Ausstiegsszenario zu erarbeiten.

 

„Es braucht dringend einen Kurswechsel“, fasste sie zusammen.