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Pflege „dringlich“ im Landtag: „In einer unsicheren Zeit wurde noch mehr Unsicherheit produziert!“

Trauriger Spitzenwert: 7,55 Prozent der Corona-Infizierten in der Steiermark sterben – Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl drängte per „Dringlicher Anfrage“ im Landtag auf Verbesserungen im System, denn die Corona-Krise hat die Schwachstellen des jetzigen Systems mehr als deutlich sichtbar gemacht.

 

„Es geht um die Menschen, die Pflege brauchen, die in der Pflege arbeiten und um pflegende Angehörige – in Summe ist das eine extrem schutzbedürftige Gruppe“, hielt die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl gleich zu Beginn ihrer heutigen Rede zur Grünen „Dringlichen Anfrage“ fest. Mit 15 Fragen an Landesrätin Bogner-Strauß drängte sie auf Zahlen und Fakten vor dem Hintergrund, dass die Steiermark die traurige Nummer eins Österreichs bei den Corona-Todeszahlen ist.

„In der Corona-Krise haben wir sehr oft gehört, dass wir aus der Krise lernen müssen und vor allem auf die Schwachstellen schauen müssen. In der Pflege haben wir in der Steiermark allerdings eine Situation, in der die Schwachstellen schon seit langer Zeit bekannt sind. Diese Schwachstellen sind jetzt in der Corona-Krise ganz besonders zum Ausdruck gekommen“, so Krautwaschl: „In den letzten Tagen haben mich viele Schilderungen von Betroffenen erreicht – einige Dinge sind immer vorgekommen: Die MitarbeiterInnen haben Sorge Fehler zuzugeben, weil sie dann eine Klage am Hals haben, es herrschte auf vielen Ebenen Intransparenz, im Vollzug der Vorgaben des Landes war alles sehr uneinheitlich offensichtlich – und für die Menschen undurchschaubar. Das hat in einer grundsätzlich schon unsicheren Situation noch mehr Unsicherheit produziert.“

Stand heute sind 7,55 Prozent der Infizierten in der Steiermark verstorben, zitierte Krautwaschl die aktuellen Zahlen – zum Vergleich: Im (vergleichbaren) Oberösterreich sind es nur 2,52 Prozent.

„Wir brauchen in faires, gerechtes und krisensicheres Modell in der Pflege, denn Pflege ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und eine Frage der Würde“, so die Grüne Klubobfrau: „Ein Punkt dafür wäre, dass die mobile Pflege mehr als die stationäre Pflege zum Einsatz kommt – unser jetziges System ist hingegen fehlgesteuert.“ Das Pflegesystem in der Steiermark sei vor allem durch private gewinnorientierte Pflegeheime gesteuert, „wir bräuchten jedoch eine politische Steuerung, die den Schutz der Betroffenen sicherstellt.“

Krautwaschl betonte: „Es ist klar, dass die jetzige Landesrätin nicht dafür verantwortlich ist, wie das System in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde, aber sie ist verantwortlich dafür, wie es in Zukunft aussieht: Denn es geht um eine Verbesserung des Systems!