Neuer WWF-Bodenreport unterstreicht Handlungsbedarf in der Steiermark

Der heute präsentierte WWF-Bodenreport (hier zum Download) „unterstreicht unsere Forderungen an die Landesregierung, endlich wirkungsvolle Maßnahmen gegen den fortschreitenden Bodenverbrauch zu unternehmen“, hält die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl fest. Mit dem aktuellen österreichweiten Bodenverbrauch von über 13 Hektar pro Tag wird alle zehn Jahre die Fläche Wiens neu verbaut, so der WWF heute.

„In der Steiermark verschwinden täglich im Schnitt 2,7 Hektar Grünland“, ruft Krautwaschl die traurige Spitzenposition der „Grünen Mark“ in Erinnerung. „Neben produktiven Landwirtschaftsflächen, die für die Lebensmittelautarkie äußerst relevant sind, gehen durch die Bodenversiegelung wichtige Ökosystemleistungen verloren. Beispielsweise wird durch die Abdichtung der Oberfläche die Bindung von atmosphärischem C02 (in Humus und Bewuchs) inhibiert (was klimarelevant ist), die Wärmespeicherung und -Abstrahlung der Fläche erhöht (ebenfalls klimarelevant), der Lebensraum zahlreicher Organismen zerstört (Versiegelungen wirken immer biodiversitätsmindernd!) und der Wasserhaushalt nachhaltig gestört“, so Krautwaschl. Sie erinnert daran, dass die Landesregierung in ihrem Koalitionsübereinkommen „Agenda Weiß-Grün 2019) auch den Bodenverbrauch einschränken will – konkrete An- und Vorgaben zu den Entsiegelungsmaßnahmen, z.B. hinsichtlich Förderstrukturen oder rechtlicher Implementierung, sind derzeit noch nicht vorhanden, betont Krautwaschl. Die Grünen drängend daher im Landtag nicht nur auf eine längst notwendige Reform der steirischen Raumordnungs- und Baugesetze, sondern haben auch eine Initiative gestartet um eine Förderaktion zur Entsiegelung und anschließenden Begrünung von befestigten (also betonierten, asphaltierten, gepflasterten und bebauten) Flächen auf privaten, öffentlichen und gewerblichen Grundstücken zu starten: „Die Gewährung von Zuschüssen bei Entsiegelungen ist ein probates Mittel, dem Bodenverbrauch effizient entgegenzuwirken und den ökologischen Rückbau von z.B. Gewerbe- und Industriebrachen zu forcieren. Derartige Förderschienen sind in Deutschland bereits etabliert (in Bayern, Hannover, Bremen etc.), hierzulande nimmt Eisenstadt eine Vorreiterrolle ein. Die Landeshauptstadt unterstützt die Rückführung befestigter Böden in Grünland auf privaten, öffentlichen und gewerblichen Grundstücken mit 50 % der Gesamtkosten (maximale Förderhöhe 3000 Euro). Eine entsprechende Förderrichtlinie könnte auch in der Steiermark positive Effekte auf Klima, Ökologie, Landwirtschaft und Landschaftsbild entfalten!“