Neue Pflegeheime statt mobile Pflege: Bogner-Strauß bestätigt Wildwuchs und verspricht Besserung durch Verordnung

Gleich zu Beginn der heutigen Landtagssitzung stellte die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl mit einer „Befragung“ das brennende Pflege-Thema in den Mittelpunkt: „Weshalb werden angesichts des Bekenntnisses ‚mobil vor stationär‘ weiterhin Pflegewohnheime in Regionen bewilligt, in denen es schon jetzt genügend Langzeitpflegebetten und zu wenig Personal gibt?“ wollte sie von Landesrätin Bogner-Strauß wissen. Der Hintergrund: Sowohl im Murtal als auch in Deutschlandsberg sind neue Pflegeheime geplant, obwohl man deutlich über dem im Bedarfs- und Entwicklungsplan für pflegebedürftige Personen 2025 (BEP) festgelegten Wert liegt – hier entsteht weitere Fehlsteuerung, so Krautwaschl.

Landesrätin Bogner-Strauß bestätigte in ihrer Antwort die Grüne Kritik um den „Betten-Wildwuchs“ – die Verantwortung dafür sieht sie ihn „Einzelfall-Gutachten“, die im „Anerkennungs-Verfahren“ jeweils einen veränderten Bedarf gegenüber dem Entwicklungsplan „begründen“. In der Landesregierung werde gerade an einer Verordnung gearbeitet, die das Problem lösen soll – in Zukunft sollen nicht mehr Einzelgutachten darüber entscheiden.

Aus Krautwaschls Sicht braucht es im steirischen Pflegebereich jedenfalls eine Trendwende, hin zur mobilen und teilstationären Pflege, weg vom massiven Überhang der Pflegeheime: „Davon profitieren die Betroffenen, davon profitieren die Familien und davon profitiert auch das Landesbudget!“ Krautwaschl kündigt an, die Auswirkungen der (bisherigen) Vorgangsweise des Landes (Werden tatsächlich Pflegeheime bewilligt, gebaut und dann nicht anerkannt?) auf die jetzt schon extrem prekäre Personalsituation und die Angebotslage bei der Unterstützung von pflegenden Angehörigen und in der Tagesbetreuung mittels weiterer Landtagsanfragen abzufragen und nicht locker zu lassen.