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Nach scharfer wissen­schaftlicher Kritik an JR-Klimaschutz-Studie: Antworten von Landesrätin Eibinger-Miedl gefordert

Beschneiungs-Anlagen gut für Klimaschutz? Grüne fordern Klärung der gravierenden Vorwürfe von ForscherInnen gegen „Joanneum Research Studie“.

Die „Joanneum Research“-Studie „Die Klima- und Energiebilanz von Skigebieten mit technischer Beschneiung unter Berücksichtigung des Albedo-Effektes“​, die bekanntlich einen positiven Klimaeffekt durch Beschneiungsanlagen ergab, führte nicht nur zu scharfer Kritik anderer WissenschaftlerInnen, nun wird sie auch ein Fall für den Landtag. Die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck​ nimmt die Kritik der Innsbrucker Forschergruppe um Univ. Prof. Dr. Georg Kaser auf und hat nun dazu eine Anfrage an Wissenschafts-Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl eingebracht.

„Die Studie, die durch die ,Unterstützung des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs ... sowie der vom Land Steiermark finanzierten Eigenforschung der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbh‘ zustande kam, brachte genau jenes Ergebnis, wie es im Interesse des Seilbahnen-Fachverbandes sein dürfte“, begründet Köck die Anfrage: „Die Vorwürfe der Innsbrucker Forschergruppe („wissenschaftlicher Kodex mehrfach verletzt!“) sind so gravierend, dass man sie nicht ignorieren darf - zudem handelt es sich um ein zu wichtiges Thema für unsere Zukunft, als das zweifelhafte Studien Ratgeber für politische Entscheidungen sein dürfen. Daher muss es im Interesse des Landes Steiermark als bedeutender Standort von Wissenschaft und Forschung und als 85%-Eigentümer der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbh sein, dass diese Vorwürfe zweifelsfrei geklärt werden“, fordert Köck – zur Erinnerung: Prof. Kaser warf der Studie nach Überprüfung folgende Punkte vor:

  • Es sei kein Peer-Review-Verfahren durchlaufen worden
  • Die von der Studie verwendeten Datengrundlagen und Forschungsmethoden seien nicht nachvollziehbar, somit sei die Studie durch andere ForscherInnen in weiten Teilen auch nicht reproduzierbar.
  • Mehrere wichtige Faktoren seien außer Acht gelassen worden, somit sei eine seriöse Aussage über die Klimabilanz künstlicher Beschneiung gar nicht möglich.
  • Die Vorgangsweise der Autoren der Studie verursache einen großen Schaden für die Glaubwürdigkeit der österreichischen Forschungsgemeinde.

Köck will in ihrer Anfrage nun von Eibinger-Miedl unter anderem wissen:

-  Wie hoch waren die finanziellen und anderen Mittel, die der Fachverband der Seilbahnen Österreichs einerseits und das Land Steiermark für die Studie zur Verfügung stellten? Gab es weitere Financiers mit welchen Mitteln?

-  Wer formulierte den Untersuchungsgegenstand des Effektes von künstlicher Beschneiung auf das Klima in ausgewählte Skigebieten? Wie lautete der Forschungsgegenstand laut Vertrag?

-  Wie wird vom Land Steiermark als Eigentümer grundsätzlich sichergestellt, dass das Joanneum Research den wissenschaftlichen Kodex bzw. wissenschaftliche Qualitätsstandards einhält?

-  Gibt es Grundsätze, Richtlinien und Mindeststandards des Landes Steiermark, die die Forschung über Drittmittelfinanzierung regeln, etwa betreffend Methodenwahl oder Publikationsverfahren?

-  Wie bewerten Sie die Kritik der Innsbrucker Klimaforscher im Allgemeinen?

-  Welche Schritte werden Sie als zuständige Landesrätin setzen, um die ernsthaften Vorwürfe zu klären (z.B. durch die Beauftragung eines unabhängigen universitären oder außeruniversitären Gutachtens)?

-  Werden Sie die Forschungsgruppe um Univ. Prof. Dr. Georg Kaser einladen, zur Studie offiziell Stellung zu nehmen?

​(17. November 2017)


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