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am 3. Oktober

„Geschwister“ in Graz: Spannende Diskussion nach berührendem Film

Judith Schwentner - Die Grüne Nationalratsabgeordnete Judith Schwentner präsentierte „Geschwister“ im KIZ-Royalkino mit dem Grazer Regisseur Markus Mörth. Grüne fordern Neustart in der Integrations- und Flüchtlingspolitik.

Diskutierten nach "Geschwister": Judith Schwentner, Karl Lippitz, Markus Mörth und Astrid Schatz.

Beim Bolzano Film Festival erhielt „Geschwister“​, der Film des Grazer Regisseurs Markus Mörth den Publikumspreis, die Diagonale hatte das Drehbuch mit dem Carl-Mayer-Drehbuchförderpreis ausgezeichnet – Montagabend präsentierte nun die Grüne Nationalratsspitzenkandidatin Judith Schwentner​ den Film im Grazer KIZ-Royalkino und zahlreiche Interessierte folgten der Einladung.

Der Film handelt von der 18-jährige Bebe und ihrem jüpngeren Bruder Mikhail, die gezwungen sind, ihr Heimatland Moldavien zu verlassen, und auf eine unbestimmte Reise zu gehen – mit nichts als einem Sack Heimaterde und einem gemeinsamen Ziel vor Augen. Eine Flüchtlings-Odyssee durch Europa beginnt. In Rumänien und Serbien werden sie zu Gejagten, sie entkommen einem Menschenhändlerring und warten schlussendlich in Deutschland auf Anerkennung als Flüchtlinge.

„Als wir den Film gedreht haben, sind wir der Reiseroute des Geschwisterpaares von Moldawien/Rumänien bis Deutschland chronologisch gefolgt. Nur wenige Tage, bevor die Grenzen geschlossen wurden, kamen wir nach Österreich. Die Realität hatte uns eingeholt. Erfahrungen wie diese haben die ganze fiktionale Situation des Drehbuches sehr stark erlebbar werden lassen und jeden im Team sensibel gemacht für dieses hochaktuelle und komplexe Thema“, erzählte Markus Mörth, der 2005 selbst in einem Grazer Flüchtlingsheim seinen Zivildienst absolviert hatte, nach dem Film gestern. Noch lange nach dem berührenden Streifen diskutierten Schwentner, Mörth sowie die IntegrationsexpertInnen Astrid Schatz (Integrationsbeauftragte in Gratwein-Straßengel) und Karl Lippitz (Caritas-Regionalbetreuung). Die Grünen fordern im Nationalratswahlkampf einen Neustart in der Integrations- und Flüchtlingspolitik: „Menschenrechte und Menschlichkeit, aber auch Vernunft und Pragmatismus gehören in den Vordergrund gestellt“, so Schwentner. Populistische Schlagwort-Politik wie „Wir sperren das Mittelmeer zu“ sind aus Grüner Sicht fehl am Platz. Stattdessen müssen die Fluchtursachen bekämpft werden - beispielsweise indem Waffenexporte in Krieg führende Staaten eingeschränkt, gerechte Handelsbeziehungen und die Entwicklungszusammenarbeit verbessert werden. Außerdem braucht es legale und geordnete Zugänge zu Asyl, wie es beispielsweise über Asylanträge an Botschaften möglich wäre. „Ohne Solidarität auf europäischer Ebene wird es jedoch nicht gehen“, so Schwentner.


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