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am 19. Juli

Ausbildung statt Abschiebung: „Zeigen Sie Herz und Hirn, Herr Landeshauptmann!“

Lara Köck - Schon zwölf steirische Gemeinden unterstützen Forderung nach Abschiebestopp für asylwerbende Lehrlinge – Landeshauptmann Schützenhöfer soll es seinen Kollegen Wallner und Haslauer gleichtun und sich ebenfalls dafür stark machen.

„Zeigen Sie Herz und Hirn, Herr Landeshauptmann!“

Die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck​ forderte heute in einem Pressegespräch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer auf, „Herz und Hirn zu zeigen“ und sich genauso wie seine ÖVP-LH-Kollegen Wallner (Vorarlberg) und Haslauer (Salzburg) dafür einzusetzen, dass AsylwerberInnen, die eine Lehre in einem Mangelberuf machen, nicht mehr abgeschoben werden dürfen.

Denn genau davon sind zur Zeit viele bedroht: Aktuell nehmen in Österreich die negativen Asylentscheidungen auch für Menschen in Lehre zu. Es ist bereits zu ersten Abschiebungen gekommen – direkt vom Lehrplatz und mehrmals in das Kriegsgebiet Afghanistan. Diese Vorgangsweise sorgt für massive Verunsicherung bei den betroffenen Lehrlingen und den Betrieben, wie Köck betonte: „Die Abschiebung von Asylwerbenden in Lehre schadet nicht nur den Unternehmerinnen und Unternehmern, sie verhindert auch eine der erfolgreichsten Integrationsmöglichkeiten. Eine der größten Chancen für die Integration ist die Eingliederung von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt. Eine Chance für die Betroffenen selbst, aber auch für die Unternehmen und unsere Gesellschaft. Schließlich bringt eine Lehrstelle Fachausbildung, Sprachkompetenz, Freundschaften und Einbindung in die österreichische Gesellschaft. Die Lehre in Mangelberufen ist eine der wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerbende. Denn gerade im Bereich der Mangelberufe suchen Betriebe händeringend nach Arbeitskräften – der Fachkräftemangel schreitet rasch voran. Die Lehre für Asylwerbende ist hier eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken!“

Die Grünen erhöhen dazu auch auf Gemeindeebene den Druck und haben noch vor dem Sommer damit begonnen, „Ausbildung statt Abschiebung“s-Petitionen in die Gemeinderäte einzubringen: Bis jetzt haben bereits zwölf steirische Gemeinden (Voitsberg, Leibnitz, Mürzzuschlag Bruck an der Mur, Judenburg, Neumarkt in der Steiermark, Leoben, Gratwein-Straßengel, Hart, Raaba-Grambach, Tilmitsch und St. Ruprecht/Raab) auch schon einen diesbezüglichen Beschluss gefasst.

Ziel der Grünen ist im Sinne der Ausbildungssicherheit für Lehrlinge und die auszubildenden Unternehmen eine Lösung nach Vorbild des deutschen 3+2 Modells oder ähnliches zur Verhinderung der Abschiebung von Lehrlingen zu verwirklichen, um damit die Fachkräftezukunft des Wirtschaftsstandortes Österreich zu sichern. Dazu brachten Köck & Co. Bereits im Februar (!) auch einen Landtagsantrag ein – die dazugehörige Stellungnahme der Landesregierung kann jedoch nicht behandelt werden, weil der zuständige Sozialausschuss zuletzt im Mai getagt hat… LAbg. Köck fordert hier die SPÖ, die den Ausschussvorsitz innehat, auf, im September dafür zu sorgen, dass der Ausschuss endlich wieder tagt und die Initiative endlich in den Landtag kommt.

Informationen zur vom oberösterreichischen Integrations-Landesrat Rudi Anschober gestarteten Petition „Ausbildung statt Abschiebung“, die schon von über 50.000 Menschen (darunter Hermann Maier, Reinhold Mitterlehner…) unterstützt wird, sind hier​ zu finden.

 


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