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Kultur-Debatte im Landtag: FPÖ-Antrag mit Gabalier-Lied widerlegt

Steirische Harmonika aus China, Gitarre aus dem arabischen Raum…: Grünen-LAbg. Pinter erläuterte nach FPÖ-Initiative, wieso die Volkskultur eine erfolgreiche Geschichte der Migration ist.

Die FPÖ forderte heute im Landtag das „kulturelle Erbe der Steiermark als schützenswertes Gut“ in die Landesverfassung aufzunehmen. Denn die Volkskultur habe aus FPÖ-Sicht „die Aufgabe, identitätsstiftende Initiativen und Aktivitäten im Rahmen der Heimatpflege zu setzen und nicht ,eine Erfolgsgeschichte der Migration‘, die es ohnehin nicht gibt, zu erzählen“, wie es im freiheitlichen Antrag heißt.

Dem widersprach der Grüne Kultursprecher LAbg. Alex Pinter mit einer pointierten Rede und brachte (ausgerechnet) Andreas Gabalier als Beispiel: In dessen Lied „Der Himmel“ wird beispielsweise in der Passage, in der Gabalier eine aus dem Jodeln gebräuchlichen Phrase ,Huidio-daree‘ singt, eine V-IV-I Kadenz verwendet, die ihren Ursprung im amerikanischen Blues hat – bekanntermaßen ein direktes Resultat einer, wenn auch ungewollten – Migration“, so Pinter.

Oder noch einfacher: Der Ursprung der Gitarre ist im arabischen Raum zu suchen, wie Pinter ausführte: „Aus dem Oud entwickelte sich über den Weg nach Spanien die Renaissancelaute, aus welcher schlussendlich die bei uns bekannte und auch in der Volksmusik beliebte Gitarre entstanden ist.“ Und auch die Geschichte der steirischen Harmonika beginnt nicht in der Steiermark: „Im Jahr 1777 wurde die ,Sheng‘, eine Mundorgel, die zur Gattung der Durchschlagzungeninstrumente gehört nach Europa importiert – ihr Ursprungsland ist China. Diese gilt als ältester Vorläufer der Harmonikainstrumente – so auch der steirischen Harmonika“, so Pinter.

„Die schützenswerte Volkskultur ist eine der erfolgreichsten Geschichten der Migration, die man überhaupt erzählen kann“, schloss der Grüne Abgeordnete ab.