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Kinderbetreuungs-„Dringliche“: Grüne für Ausbau, mehr Personal und bessere Gehälter – ÖVP und SPÖ dagegen

Grüner Appell: „Das Land Steiermark und die Gemeinden müssen gemeinsam einen Weg finden, wie eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels finanziert werden kann!“

 

Die Rahmenbedingungen in den Kindergärten und Kinderkrippen sind schwieriger geworden. Viele Beschäftigte klagen über Lärm, Stress und körperliche Belastungen. Zunehmend wird es herausfordernder, aufgrund der fehlenden Wertschätzung und schlechter Arbeitsbedingungen ausreichend Personal für Kinderbildungs- und -betreuungsorganisationen zu finden. Der vor kurzem erschienene AK-Kinderbetreuungsatlas legte einmal mehr die Finger in die Wunden im steirischen Kinderbetreuungs-Bereich: In vielen Gemeinden ist das Angebot unbefriedigend, die Personalsituation spitzt sich weiter zu:

  • 99 der 286 steirischen Gemeinden weisen nur eine Wertung in der Kategorie B – D auf;
  • 22 Gemeinden (anstatt 29 im Vorjahr) bieten keine Betreuungsmöglichkeiten für unter 3-jährige Kinder an;
  • in 66 Gemeinden (anstatt 83 im Vorjahr) gibt es nur Halbtagskindergartengruppen, was eine Berufstätigkeit zumindest eines Elternteils (nach wie vor in den meisten Fällen die Mütter) nur sehr bedingt zulässt;
  • 58 Gemeinden (anstatt 67 im Vorjahr) bieten nach wie vor keine umfassende Betreuungsmöglichkeit für Volksschulkinder am Nachmittag (zumindest vier Tage die Woche).

Darum richtete die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck in der heutigen Landtagssitzung eine zehn Fragen umfassende „Dringliche Anfrage“ an Landesrätin Juliane Bogner-Strauß (Details siehe hier https://stmk.gruene.at/zehn-dringliche-fragen-zu-kinderbetreuung-im-kommenden-landtag-unsere-kinder-muessen-uns-mehr-wert-sein/) und forderte per Entschließungsantrag die Landesregierung auf, drei Punkte umzusetzen:

  1. in Gespräche mit dem Gemeinde- und Städtebund über Ausbau und Finanzierung einer zukunftsorientierten Kinderbildung und -betreuung in der Steiermark zu treten,
  2. eine Novelle zum Steiermärkischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz im Landtag einzubringen, mit der das Personal je Kindergartengruppe um eine weitere Person des pädagogischen Hilfspersonals erhöht wird, und
  3. die unangemessen niedrigen Gehälter im elementarpädagogischen Bereich nicht länger in Berufung auf komplexe Kompetenzverteilungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden als unveränderbar hinzunehmen und eine bundesweit einheitliche Lösung anzustreben.

„Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im elementarpädagogischen Bereich ist in der Steiermark dringend erforderlich“, appellierte Köck. Aus Grüner Sicht ist klar: „Trotz der damit verbundenen Kosten muss der Betreuungsschlüssel im Kindergarten verbessert werden. Das entspricht einer langjährigen Forderung der Beschäftigten, der Berufsverbände, der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer“, so Köck. „25 Kinder für eine PädagogIn und nur eine BetreuerIn ist eine sehr hohe Zahl – wenn z.B. das Essen hergerichtet oder ein Kind gewickelt wird, ist eine Pädagogin mit 25 Kindern zwischen drei und sechs Jahren allein.“

Und: „Die anhaltend schwierigen Arbeitsbedingungen, resultierend aus der großen Gruppengröße bzw. einem niedrigen Betreuungsschlüssel und der mitunter hohen Personalfluktuation, werden begleitet von schlechten Verdienstmöglichkeiten und wenigen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Bildung und Betreuung unserer Kleinsten und Kleinen ist eine wichtige Investition in die Zukunft und sollte jedenfalls nicht als reiner Budgetposten gesehen werden“, fordert die Grüne Abgeordnete und schloss: „Das Land Steiermark und die Gemeinden müssen gemeinsam einen Weg finden, wie eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels finanziert werden kann!“

Der Grüne Antrag wurde leider eben von ÖVP und SPÖ angelehnt – die Grünen werden freilich an diesem wichtigen Thema weiter dranbleiben, denn, wie es Köck in der „Dringlichen“ formuliert hat: „Unsere Kinde müssen uns mehr wert sein!“