Bezirkegruene.at
Navigation:

Kinderbetreuung: „In der Steiermark ist Feuer am Dach“

Heutige Forderungen der zuständigen Landesrätin bestätigen jahrelange Vernachlässigung: Kinder und KindergartenpädagogInnen wurden und werden von SPÖ und ÖVP im Stich gelassen. Judith Schwentner und Lara Köck präsentierten heute die Grünen Vorschläge um die Kindergärten zu stärken.

„Wenn die zuständige Landesrätin Lackner vier Wochen vor der Wahl und eine halbe Stunde vor Beginn der von den Grünen lang geplanten Pressekonferenz zum Thema Kinderbetreuung ebenfalls zur Pressekonferenz zum gleichen Thema lädt, dann bestätigt sie damit, dass SPÖ und ÖVP in der Regierung dieses Thema jahrelang vernachlässigt haben“, hielten die Grüne Nationalrats-Spitzenkandidatin NAbg. Judith Schwentner und die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck heute zu Beginn ihres Pressegesprächs ,Kindergärten stärken!‘ fest.

 

Denn im Kinderbetreuungsbereich „ist in der Steiermark Feuer am Dach“, so Schwentner und Köck unisono: Beim Ausbau der Betreuungsplätze liegt die Steiermark noch immer weit hinter den anderen Bundesländern, im kommenden Jahr laufen gleich drei 15-a-Vereinbarungen zwischen dem Bund und Ländern und vieles, das die Regierung in ihrem eigenen Regierungsübereinkommen festgeschrieben hatte (zum Beispiel ein einheitlicher Qualitätsrahmen, das zweite kostenlose Kindergartenjahr) ist bis heute nicht umgesetzt. „SPÖ und ÖVP haben die Kleinsten und die KindergartenpädagogInnen im Stich gelassen“, lautet die Bilanz von Schwentner und Köck, die heute die Grünen Forderungen dazu präsentierten:

- Wir Grüne fordern einen Rechtsanspruch für Eltern auf einen qualitativ hochwertigen kostenlosen Krippenplatz ab dem 1. Geburtstag ihres Kindes. Das ist nicht von heute auf morgen möglich, kann aber jetzt schon als langfristiges Ziel in die Wege geleitet werden. In vielen europäischen Ländern ist das schon längst gängige Praxis. Dafür muss der Ausbau auch mit Bundesmitteln fortgesetzt werden.

- Die Qualität von elementaren Bildungseinrichtungen entscheidet darüber, ob Kinder von einem Besuch in Krippe und Kindergarten profitieren können. D.h. laufend neue Plätze zu schaffen, ist zu wenig. Die Qualität muss absoluten Vorrang haben. Wir Grüne fordern, dass es österreichweit einheitliche Qualitätskriterien für den elementaren Bildungsbereich gibt. Der Bund (Bildungsministerium) muss für die Grundsatzgesetzgebung zuständig sein und die weitere Ausführung künftig den Ländern überlassen. In der nächsten Regierung gehören Kindergärten somit in die Zuständigkeit des Bildungsministeriums.

Die Bundesregierung hat bereits im Regierungsprogramm 2013 versprochen einen bundesweiten Qualitätsrahmen einzuführen. 2015 einigte sie sich darauf, diesen bis Ende 2016 zu beschließen. Passiert ist nichts.

- Wir Grüne fordern eine gleichwertige Hochschul-Ausbildung für alle PädagogInnen - vom Kindergarten bis zu den Höheren Schulen. In Kindergärten werden die Weichen für die Lernentwicklung eines Menschen gestellt. Gerade dort braucht es daher gut ausgebildete und gut bezahlte PädagogInnen.

- Studien zeigen, dass ein mehrjähriger Besuch von Krippe oder Kindergarten bessere Effekte zeigen als ein einjähriger Besuch. Es sollte daher garantiert sein, dass jedes Kind zumindest zwei Jahre eine elementarpädagogische Einrichtung besucht, um für den weiteren Bildungsweg optimal vorbereitet zu werden. Im Sommer 2018 läuft die Finanzierung des verpflichtenden Kindergartenjahres aus. Das zweite verpflichtende Kindergartenjahr wird von der Regierung seit Jahren ohne Konsequenzen angekündigt.

- Kindergärten sind die Einrichtungen, in denen die Sprachkenntnisse der Kinder vor Schuleintritt gefestigt werden können. Insbesondere Integrationsminister Kurz hätte hier Anstrengungen machen müssen. Es braucht sowohl eine Evaluierung der derzeitigen Sprachförderung als auch ein Konzept samt Finanzierung, um die frühe Sprachförderung sicherzustellen.

- Die 15a-Vereinbarungen mit den Ländern betreffend Kindergärten müssen unbedingt verlängert werden. Es geht um die Finanzierung, die Sprachförderung und den Ausbau. 


(13. September 2017)


Mach die Welt grüner - Mitglied werden