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Sozial gerecht, fair bezahlt und krisenfest: Grüne Wege aus der Pflege-Krise

Der Pflegebereich steht in der Steiermark vor großen Herausforderungen, nicht nur die Corona-Krise hat den großen Handlungsbedarf (wieder) ans Licht gebracht. Am heutigen „Tag der Pflege“ präsentierten die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl und die Grüne Sprecherin für Pflege im Parlament, NAbg. Bedrana Ribo, Grüne Lösungswege aus der Pflege-Krise.

Das Grüne Ziel ist klar: „Das Pflegesystem soll gerechter, fairer bezahlt und krisenfester werden“, so Krautwaschl und Ribo. „Lernen aus der Krise war und ist in den diesen Wochen ein großes Schlagwort – und darf nicht Schlagwort bleiben: Gerade angesichts der Tatsache, dass in der Coronakrise Pflegeheime europaweit Hotspots waren, braucht es hier dringend Vorkehrungen für die Zukunft, um alle Beteiligten für eine etwaige zweite Welle zu schützen. Aber auch um Pflegekräften, hauptsächlich Frauen, die gerade noch HeldInnen waren, in Zukunft würdigere Arbeitsbedingungen und Bezahlung zu ermöglichen“, so die beiden Grünen Politikerinnen.

„Die Steiermark ist seit Jahrzehnten ein Sonderfall“, unterstrich Krautwaschl: „Der aktuelle Bundesrechnungshofbericht ,Pflege in Österreich‘ dokumentierte schwarz auf weiß, dass die Steiermark bundesweit die höchste Anzahl an gewinnorientierten Einrichtungen hat (53%). Bekenntnisse zur Verbesserung des Pflegesystems werden seit Jahren nicht umgesetzt: Statt weniger Betten (und stattdessen mehr Kurzzeitpflegeplätze), wie der Bedarfs- und Entwicklungsplan fordert, ist die Bettenanzahl weiter gestiegen. Der Steuerungsverlust und der Kontrollverlust geht weiter, der nicht adäquate Umgang mit Steuergeld geht weiter – auf Kosten von Pflegekräften, Menschen die pflegebedürftig sind und Angehörigen.“

Folgende Punkt wollen die Grünen rasch umsetzen:

  • Steuerung (damit bestmöglicher Einsatz von Steuergeld im Sinne der betroffenen Menschen!) muss wieder in politische Hände
  • Einbeziehung der aktuellen Trägerlandschaft in die Umstrukturierung des Pflegesystems in der Steiermark unter der klaren Vorgabe „mobil VOR stationär“
  • Runder Tisch/Klausur mit Politik, Trägern, ExpertInnen, Angehörigen und Betroffenen
  • Rasche und wiederholte Testungen bei Auftreten neuer Fälle in PH und Behinderteneinrichtungen
  • Einführung von Community Nursing
  • Angehörigen-Beirat ernsthaft einbeziehen und Betroffene endlich einbinden
  • Tageszentren massiv ausbauen
  • Stundenweise Betreuung ausbauen und finanziell unterstützen
  • Unterstützungspaket für pflegende Angehörige
  • Spezielle Strategie für Demenzkranke