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„Kälberschutz-Paket“ gefordert: „Landesregierung fehlt Vorstellungskraft und der Wille, etwas zu verändern und die Bedingungen für Millionen Tiere zu verbessern!“

Grünen-Tierschutzsprecher LAbg. Georg Schwarzl: „Wir können auch in der Steiermark einen Beitrag leisten, Tiertransporte zu reduzieren und tierleidfreie Alternativen zu fördern!“ Denn „sich einzig und allein zu den Dingen zu bekennen, für die andere zuständig sind, ist zu wenig: Die Verantwortung immer nur abzuschieben, ist zu wenig!“

Dank einer Initiative des Grünen Tierschutzsprechers LAbg. Georg Schwarzl steht morgen das Thema Kälbertransporte auf der Landtagstagesordnung (TOP 20). Vor dem Hintergrund, dass noch immer in der Steiermark geborene Kälber, meist männliche Tiere für die die heimische Milchwirtschaft keine Verwendung hat, im Zuge langer Lebendtiertransporte teilweise in Länder mit deutlich schwächeren Tierschutz-Gesetzen verfrachtet und dort geschlachtet werden, fordert Schwarzl morgen per Entschließungsantrag (gerichtet an Agrarlandesrat Seitinger und Landeshauptmann-Stellvertreter Lang) ein steirisches Kälberschutzpaket. Dieses soll folgende Maßnahmen aufweisen:

  1. Lieferverträge mit Molkereien erhalten nur jene steirischen Betriebe, die ihre Kälber nicht außer Landes verfrachten und innerhalb Österreichs festgelegte Transportobergrenzen (z.B. 400 km oder 4 Stunden) verpflichtend einhalten;
  2. Förderung mobiler Schlachtanlagen, die eine tierwohlgerechte und möglichst stressfreie Schlachtung direkt am Hof ermöglichen;
  3. In der Steiermark übliche Doppelnutzungsrassen (z.B. Fleckvieh) werden vom Land und der Landwirtschaftskammer stärker forciert, z.B. durch die Installierung von entsprechenden Fördertöpfen. Die männlichen Kälber werden in der Steiermark hochgezogen;
  4. Durch Ausschreibungen, die konsequent das Bestbieterprinzip verfolgen, werden Tierschutz und Transportwege als entscheidende Kriterien festgelegt. Damit wird sichergestellt, dass nur mehr regionales Fleisch in den Großküchen der Gemeinden und des Landes eingesetzt wird.

Außerdem soll die Landesregierung an die Bundesregierung herantreten damit diese (auch auf EU-Ebene) folgende Maßnahmen vorantreibt: eine konsequente Herkunfts- und Herstellungskennzeichnung in der Gastronomie, die Überarbeitung und Präzisierung der europäischen Tiertransportverordnung, eine Verbesserung des europaweiten Kontrollsystems, ein EU-weites Exportverbot von Lebendtiertransporten aus der EU in Drittländer und  eine deutliche Verringerung von Lebendtiertransporten in Europa durch ein Verbot von Tiertransporten über vier Stunden.

Die Stellungnahme von Landesrat Seitinger zur Grünen Initiative ist für Schwarzl viel zu ambitionslos: „Es fehlt auch hier der Landesregierung die Vorstellungskraft und ganz einfach der Wille, etwas zu verändern, die Bedingungen für Tiere zu verbessern! Sich auf Landesebene einzig und allein zu den Dingen zu bekennen, für die andere zuständig sind, ist zu wenig. Die Verantwortung immer nur abzuschieben, ist zu wenig“, so der Grüne Abgeordnete: „Wir können auch in der Steiermark einen Beitrag leisten, Tiertransporte zu reduzieren und tierleidfreie Alternativen zu fördern!“