Hangrutschung: Landesrat Seitinger sieht keinen Handlungsbedarf und weist jede Verantwortung von sich

Nun liegt die Anfragebeantwortung von Agrarlandesrat Seitinger auf die Grüne Landtagsanfrage nach der Hangrutschung in Straß vor – der Grüne Kontrollsprecher LAbg. Lambert Schönleitner hatte ja gleich zehn konkrete Fragen gestellt. In seiner Antwort lässt Seitinger die notwendige Konkretheit vermissen und versucht jegliche Verantwortung von sich zu weisen: Das dem Rodungsbescheid zugrunde liegende Gutachten sei „schlüssig, nachvollziehbar und entspricht den fachlichen Vorgaben und Richtlinien“, er selbst sei erst „nach der Hangrutschung von dieser Angelegenheit informiert“ worden und habe „in dieser Sache keinerlei Kontakt mit dem Projektwerber“ gehabt.

Seitinger blockt ab und sieht weder Fehler in seinem direkten Zuständigkeitsbereich noch bei der Bezirkshauptmannschaft. Schönleitner: „Die Hangrutschung war vorhersehbar und es hat mehrere konkrete Warnungen und Bedenken von Kennern der Region gegeben. Es ist absurd, dass die Behörde ihr offensichtliches Versagen in der Gefahrenbewertung nicht eingesteht. Man kann nicht darüber hinwegsehen, dass der zuständige Agrarlandesrat hier nicht einmal Wort des Bedauerns findet und ankündigt, in Zukunft genauer prüfen zu wollen. Bekanntlich wurde auf Basis eines Gutachtens der Agrarbezriksbehörde für ein Weinbauprojekt am Graßnitzberg gleich ein ganzer Wald im Ausmaß von gut 2,6 ha am Steilhang gerodet.“ Das Resultat war erwartbar, erinnert Schönleitner: „Die Behörde hat auf Basis völlig oberflächlicher Genehmigungsgrundlagen eine Rodungsbewilligung erteilt. Uns erreichen immer noch empörte Kommentare von SüdsteirerInnen aber speziell auch von kleineren Winzern der Region, die kein Verständnis dafür haben, dass hier einem der flächenmäßig größten Top-Betriebe, weitere Auspflanzflächen in einem höchst-sensiblen geologischen Bereich genehmigt wurden. Dass jetzt sogar ein Teil der Straße gesperrt werden musste, zeigt das Ausmaß des fachlichen Genehmigungsdesasters.“ Das einzig erfreuliche: Landesrat Seitinger hat nach der Grünen Kritik nun eine Garantie abgegeben, dass nicht die SteuerzahlerInnen für den Schaden aufkommen werden müssen. Dennoch bleibt die Kernfrage: Wer übernimmt die Verantwortung für das Behördenversagen und den massiven Hangrutsch. Schönleitner abschließend: „Wenn wir in der Südsteiermark weiter derart hart und unüberlegt in eine der schönsten Kulturlandschaften der Steiermark eingreifen, werden wir nicht nur die ökologische Qualität sondern langfristig auch die Grundlage für Qualitätsweinbau und nachhaltigen Tourismus verlieren.“