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Hangrutsch Grassnitzberg: Großkapital vernichtet lokale Kultur – Lackner fordert Untersuchung!

Die Hangrutschung am südsteirischen Grassnitzberg wirft für den steirischen Grünen Bundesrat und Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern, Andreas Lackner, Fragen auf: „Hier geht es um eine drei Hektar große, ehemals bewaldete ,Ökoinsel‘. Sie war bis zu Ihrer Rodung im Frühjahr 2020 während der Vogelbrüte nicht nur Lebensraum für dutzende Tierarten sondern diente als natürlicher Wasserspeicher, Hangbefestigung und Erholungsraum für AnrainerInnen. Heute sind die angelegten Rebflächen abgetragen und unterspülen jene alte Weinstraße, deren teure Sanierung erst durch die Terrassierung notwendig geworden war.“ Lackner ortet hier „systematisches Übel und fordert eine unabhängige Untersuchung der Forstbehörde um etwaige politische Einflussnahme bis hin zur Bezirkshauptmannschaft zu klären:

Zum Ersten kann es nicht sein, dass Rodungsbescheide in derart sensiblen Lebensräumen ergehen. Das ist grenzüberschreitend und verantwortungslos. Geologisch wie ökologisch! Zum Zweiten stellt sich die Frage, warum ein, bis in die Landesregierung vernetztes Weinbauschwergewicht, dass zuvor schon 120 Hektar bewirtschaftet hat, eine Bewilligungen bekommt, die jedem Kleinbetrieb wie selbstverständlich vorenthalten wird.

Wenn ein einfacher Winzer ein paar Quadratmeter Ausplanzungsrechte erlangen will, dann muss er scheibtruhenweise Unterlagen beibringen – wenn aber ein ,120-Hektar-Betrieb‘ mit schwerem Gerät 3 Hektar einer sensible Hanglage roden will, wird einfach weggeschaut… Ich würde schon gern wissen, wie sich der zuständige Agrarlandesrat Seitinger dazu stellt“, so Lackner: „Er ist ja gleichzeitig auch Obmann des ÖVP-Bauernbundes. Die Frage ist, ob er bei der vorliegenden Rodung Druck im Interesse des Projektwerbers ausgeübt hat?“

„Hier geht’s ja nicht um unvorhersehbares Naturextreme. Das war eine Katastrophenansage mit Bescheid! Das war Lebensraumvernichtung mit Rendite-Absicht! Diese auch noch mit Steuergeld der SteirerInnen zu entschädigen zeugt von Dreistigkeit“, so der Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern.