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Grünen-Bundesrat Lackner: „Legalize Heckenklescher!“

„Der heroische Kampf unseres Heckenkleschers in Brüssel geht in die entscheidende Runde“, so heute der steirische Grüne Bundesrat Andreas Lackner. In den Triologsverhandlungen zur „Gemeinsamen Agrapolitik (GAP) stehen auch die Anbauflächen für den Vitis Labrusca (aka Uhudler oder Heckenklescher) am Mittwoch auf der Agenda. Es liegen drei Positionen vor:

  • Die EU-Kommission spricht sich für gleichbleibende Anbauflächen für Wein aus. Was der Winzer anbaut liegt in seinem Ermessen (zukunftsweisender Vorschlag)
  • Das EU-Parlament will keine Neupflanzungen zulassen und nur bereits existierende Bepflanzungen zur Erhaltung freigeben (Minimalkompromiss)
  • Der Rat fordert die komplette Streichung der Sonderposition „Wildrebe Vitis Labruscas“ aus der GMO Verordnung (Beerdigung von Heckenklescher/Uhudler)

„Als Landwirt und Obmann der steirischen Grünen Bäuerinnen und Bauern setze ich mich seit Jahren für den Erhalt und Ausbau von Direktträgern ein. Nicht weil der „Heckenklescher“ in meiner Heimat Tradition hat, nicht weil er als identitätsstiftendes Kulturprodukt, ein, weit über die Landesgrenzen hinaus, bekannter, Werbeträger ist – sondern weil Direktträger widerstandsfähiger und anpassungsfähiger sind! Sie brauchen wenig bis gar keine Pestizide und sind zigfach resistenter gegenüber Schädlingen und Pilzen als mediterrane Rebsorten. Damit leistet der „Heckenklescher“ einen wertvollen Beitrag zur Sauberkeit von Grundwasser“, so Lackner. „Er fördert die Biodiversität und erhält Böden als Nährstoffspeicher. In Zeiten des Klimanotstandes und der Biodiversitätskrise ist ein Verbot der Direktträger also nicht nur kurzsichtig, sondern schlichtweg unsinnig. Er sichert die Art von Vielfalt, die auch klein- und mittelbäuerlich strukturierten LandwirtInnen ein Überleben sichern – ob nun im Rahmen der Direktvermarktung von Heckenklescher/Uhudler Wein, Frizzante oder als Speisetrauben, die derzeit fast zur Gänze importiert werden“, so der südoststeirische Bundesrat.

„Bleibt die Frage warum Landwirtschaftsministerin Köstinger dem Thema keine Relevanz gibt?“, fragt Lackner: „Wessen Interessen vertritt sie im Rat? Möchte sie das Schlimmste verhindern?“