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Grüne starten neue Tierschutz-Offensive im Landtag

Gleich drei Grüne Anträge: Verbot der Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden, Aus für das Schreddern und Vergasen von Küken, sowie verpflichtende und kontrollierte Kennzeichnung von verarbeiteten und nicht verarbeiteten Lebensmitteln Handel, in der Gastronomie und in Großküchen gefordert.

 

Bevor das Tierschutzvolksbegehren kommende Woche ins Finale geht, unterstreichen die Grünen im Landtag einmal mehr Forderungen daraus und bringen im Rahmen einer Grünen Tierschutz-Offensive Anträge dazu ins Landesparlament ein, kündigt der Grüne Tierschutzsprecher LAbg. Georg Schwarzl an. Die Initiativen werden noch vor dem Sommer im Ausschuss behandelt werden: „Bis jetzt nimmt die Landesregierung den Tierschutz leider viel zu wenig ernst“, kritisiert Schwarzl.

Konkret sind es drei Initiativen, die die Grünen einbringen: Gefordert wird ein Verbot der Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden, das Aus für das Schreddern und Vergasen von Küken sowie eine verpflichtende und kontrollierte Kennzeichnung von verarbeiteten und nicht verarbeiteten Lebensmitteln Handel, in der Gastronomie und in Großküchen.

Zu den Initiativen im Detail: „Die Haltung von Schweinen auf Vollspaltenböden ist absolut nicht mehr vertretbar“, so Schwarzl: „Vollspaltenböden sind Betonböden, die mit 1,8 cm breiten Spalten durchzogen sind. Den Tieren wird dort keine Einstreu geboten, weil diese die Spalten verkleben würde. Sie müssen also ständig auf einem harten Spaltenboden leben. Und dabei bleibt ihnen nur ein Platz von 0,55 m² für ein 85 kg schweres Schwein, ständig direkt über den eigenen Exkrementen. Die Folge sind bei 92 % der Tiere geschwollene Gelenke, zusätzlich entzündete Augen, Schwielen an den Extremitäten, vor Aggression und Langeweile abgebissene Ohren und Schwänze, und eine um das Vierfache erhöhte Sterberat.“ In Vorarlberg gibt es beispielsweise mittlerweile keine Förderungen mehr für Betriebe mit Vollspaltenböden: „Das Ziel muss ein komplettes Verbot sein!“

Diese Forderung gilt auch für das Schreddern und Vergasen von Küken: „Leider gehört das Töten dieser zynisch als ,Eintagsküken‘ bezeichneten Jungtiere in der Geflügel-Wirtschaft zum Alltag – getötet wird aus dem einfachen Grund, weil männliche Küken weniger Profit bringen. Damit muss Schluss sein“, fordert Schwarzl.

Im dritten Antrag der Tierschutzoffensive fordern die Grünen die Einführung einer „verpflichtenden und kontrollierten Kennzeichnung von verarbeiteten und nicht verarbeiteten Primärlebensmitteln (Fleisch, Milch, Eier, Obst, Gemüse) nach Herkunft und Haltung im Handel, in Direktvermarktungsbetrieben und Manufakturen, in der Gastronomie und in Großküchen durchgesetzt wird, damit sich Konsumentinnen und Konsumenten bewusst für regionale Produkte entscheiden können. „Auf Schweizer Speisekarten wird seit 20 Jahren die Herkunft des verarbeiteten Fleisches deklariert und dem Gast eine mündige Entscheidung zwischen regionalen und importierten Produkten ermöglicht“, verweist hier der Grüne Landwirtschaftssprecher LAbg. Alex Pinter auf ein Beispiel, das zeigt, dass dieser Schritt durchaus möglich ist: „Den öfter artikulierten Befürchtungen des österreichischen Gastronomie-Fachverbandes, finanzielle Einbußen durch eine verpflichtende Herkunftsausweisung zu erleiden, haben Studien mittlerweile auch schon klar widersprochen.“

„Es wird höchste Zeit, dass die steirische Landesregierung endlich in Sachen Tierschutz Akzente setzt: Unsere Tierschutz-Offensive gibt ihr die Möglichkeit dazu – wir hoffen auf die Unterstützung der anderen Fraktionen bei diesen wichtigen Forderungen“, so Schwarzl zum Abschluss. „Wir bringen die Anträge ein und wollen den Druck auf die Umsetzung erhöhen – gleichzeitig ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen das Tierschutzvolksbegehren unterschreiben um die Forderungen noch mehr zu verstärken!