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Gesundheits-„Dringliche“ im Landtag: Grüne drängten auf Maßnahmen zur Entlastung des Pflegepersonals – ÖVP und SPÖ dagegen

Unterstützung für pflegerisches Personal gefordert: Grüne forderten im Landtag „Krisenpersonalpool“ und „SpringerInnenpool“.

 

Im Rahmen der Gesundheits–„Dringlichen“ im heutigen Landtag drängte die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl auf Maßnahmen gegen die Überlastung des Pflegepersonals.

„Wir haben gesehen, dass unser Gesundheitssystem nicht unverwundbar ist“, so Krautwaschl. Zur Erinnerung: Die Grünen pochten bereits im Frühling darauf, dass die Sommermonate dazu genutzt werden müssten, um alternative Lösungen zu entwickeln und so das Pflegepersonal im Falle eines erneuten Anstiegs der Infektionszahlen zu entlasten. Bedauerlicher Weise haben Ankündigungen der Landesregierung im Sommer, es würden Konzepte erarbeitet, um für einen erneuten Anstieg der Fallzahlen im Herbst gerüstet zu sein, keine Taten folgen lassen, so die Grüne Klubobfrau. Die vor kurzem gestartete Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (dabei werden arbeitssuchende Menschen als Personal für das Besuchsmanagement in Sozial- und Pflegeeinrichtungen eingestellt) greift zu kurz, denn dieses Personal ist einerseits nicht dazu in der Lage, pflegerische Arbeit zu verrichten (weshalb der drohende Ausfall von Pflegepersonal durch diese – dennoch zu begrüßende Maßnahme – nicht kompensiert werden kann), andererseits ist dadurch dem Pflegepersonal in den Krankenanstalten nicht geholfen. „Die Situation des Pflegepersonals stellt sich also als genau so dramatisch dar wie im Frühjahr. Für den Fall, dass die Betreuung in den Pflegewohnheimen nicht mehr gesichert ist, bleibt damit kein anderer Ausweg, als auf die ebenfalls überspannten Ressourcen der Krankenanstalten zurückzugreifen – darum braucht es jetzt Maßnahmen: Die deutsche Hauptstadt Berlin hat wie auch andere deutsche Städte zu diesem Zweck etwa den Krisenpersonalpool für das Pflege- und Gesundheitswesen ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Angebot, das Einrichtungen der pflegerischen und medizinischen Versorgung die Möglichkeit bietet, Kontakt zu qualifiziertem Personal aufzunehmen“, so Krautwaschl. Und: „Darüber hinaus müssen Strukturen in Form eines Personalpools von SpringerInnen geschaffen werden, die es dem Land ermöglichen, die Krankenanstalten und Pflegewohnheime im Notfall mit qualifiziertem Gesundheitspersonal zu unterstützen.“

„Wir brauchen jede Kraft, wo sie am besten eingesetzt ist“, so Krautwaschl, die dazu einen Entschließungsantrag einbrachte – dieser wurde jedoch eben von ÖVP und SPÖ abgelehnt.