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„Eurabia“: Grüne fordern Förderstopp für „alpenländischen Kulturverband“

Vortragende referierte "klassisch rechtsextreme Verschwörungstheorie", demnach es einen globalen, von den herrschenden Eliten ausgeheckten Plan gebe, eine „neue Weltordnung“ zu errichten.

Eine umstrittene Veranstaltung im Leibnitzer „Römerhof“ hat nun ein Nachspiel auf Landtagsebene. Der Leibnitzer FPÖ-Stadtrat Daniel Kos hatte am 25. Oktober als Obmann des „Alpenländischen Kulturverbands Leibnitz“ zu einer Veranstaltung namens „Eurabia – eine Kolonie des Islam – die Flüchtlingskrise in Europa“ geladen – die Vortragende dabei war Inge Thürkauf, in deren Texten regelmäßig eine klassisch rechtsextreme Verschwörungstheorie, demnach es einen globalen, von den herrschenden Eliten ausgeheckten Plan gebe, eine „neue Weltordnung“ zu errichten, im Mittelpunkt steht.

Die zentrale These des Vortrags „Eurabia“ ist, dass transnationale Migration, insbesondere die Fluchtbewegungen nach Europa, auf ein Zusammenspiel muslimischer und jüdischer Interessen sowie der europäischen Eliten an der Destabilisierung des christlich imaginierten Europas zurückzuführen sei. In der „massenhaften Flutung Europas mit Menschen einer uns fremden Welt und einer uns befremdenden Religion“ sei ein „planvolles Vorgehen“ zu erkennen. Die „sogenannte Flüchtlingskrise“ folge „aus der Kriegserklärung der globalistischen Elite an die europäischen Nationalstaaten.” Es sei damit eingetroffen, „auf das hin die Globalisierer über Hundert Jahre gearbeitet haben.“ Europa habe sich bereits dem Islam unterworfen und werde daher „zu dem, zu dem ihn die Feinde des Christentums bestimmt haben, er wird zu Eurabia“ (Mehr Informationen dazu sind hier​ zu finden). Bei der Veranstaltung waren auch jede Menge regionale FPÖ-Funktionäre unter den BesucherInnen.

Der „alpenländische Kulturverband Südmark“ (Leibnitz ist davon eine Ortsgruppe) bekommt regelmäßig Subventionen vom Land Steiermark. 2016 waren es zwar nur 1500 Euro, 2003 waren’s 100.000 Euro. Die Grüne Landtagsabgeordnete Lara Köck​ verlangt nun einen Förder-Stopp für diesen Verein: „Wer solche Veranstaltungen macht, sollte kein Steuergeld bekommen!“ Außerdem fordert sie FPÖ-Klubobmann Kunasek auf, sich von Veranstaltungen dieser Art zu distanzieren – gerade vor dem Hintergrund, dass die FPÖ ja mit hoher Wahrscheinlichkeit der kommenden Bundesregierung angehören wird. Und apropos: In diesem Zusammenhang kritisieren die Grünen, dass FPÖ-Landtagspräsident Gerhard Kurzmann auf der offiziellen Rednerliste beim jüngsten „Kongress“ der „Identitären“ im November war. Ein solcher Auftritt ist aus Grüner Sicht für einen Landtagspräsidenten nicht würdig – auch hier fordern die Grünen Worte von Kunasek zur offenbar nicht mehr vorhandenen Distanz zu den „Identitären“. (15. November 2017)



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