„Dringliche Anfrage“ morgen: Neun Grüne Fragen für eine nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft

In der morgigen Landtagssitzung drängen die Grünen mittels „Dringlicher Anfrage“ auf eine „nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft“ – neun Fragen sind es, die der Grüne Agrarsprecher LAbg. Alex Pinter an Landesrat Seitinger stellen wird. Antworten fordern die Grünen unter anderem auf folgende Fragen:

  • Wie beurteilt Seitinger den Trend, dass immer mehr kleine landwirtschaftliche Betriebe schließen, während die Zahl an Großbetrieben steigt? Was unternimmt die Landesregierung gegen den Verlust von Kleinbetrieben und warum greifen diese Maßnahmen offensichtlich nicht?
  • Welche konkreten Maßnahmen wird Seitinger künftig setzen, um die landwirtschaftlichen Förder- und Ausgleichszahlungsmodelle in der Steiermark zu verbessern und damit die wirtschaftliche Situation von landwirtschaftlichen Betrieben, v.a. kleinstrukturierter Ökobetriebe, zu verbessern?
  • Wie sieht Seitingers Strategie aus, die Situation für ForstwirtInnen zu verbessern? Und dazu: Der Schneebruch vom Dezember 2020 hat für die Forstwirtschaft wieder zu Kalamitäten geführt – ist diesbezüglich eine Sonderhilfe geplant?
  • Wird sich Seitinger insbesondere für höhere Förderung für Holzbau, Holz als Dämmstoff und Vorrang für Holzbau im öffentlichen Bau aus regionaler Waldwirtschaft stark machen?
  • Die Bauern und Bäuerinnen im alpinen Raum haben seit 10 Jahren mit geringerem Ertrag zu kämpfen – inwiefern wird die Landesregierung diese Gruppe speziell unterstützen?

„Die große Herausforderung im heimischen Landwirtschaftssektor wird sein, den prognostizierten steigenden Lebensmittelbedarf zukünftig bestmöglich zu decken, aber gleichzeitig den notwendigen Beitrag zu den nationalen Klima- und Energiezielen zu leisten sowie den rasanten Artenverlust auf Agrar-Flächen entgegenzuwirken. Das alles kann nur dann gelingen, wenn die BewirtschafterInnen für ihre Arbeit fair entlohnt und die richtigen Anreize für klima- und umweltfreundliche Nutzungsformen geschaffen werden“, so Pinter in der Begründung seiner „Dringlichen“. „Immer mehr LandwirtInnen, v.a. jene die kleinstrukturiert und nach hohen ökologischen Standards wirtschaften, werfen aufgrund von wirtschaftlichen Engpässen das Handtuch“, erinnert er. „Um eine nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft zu erhalten und auszubauen, braucht es ein Maßnahmenpaket, das eine entsprechende Bewirtschaftung wieder honoriert und zwar sowohl monetär als auch in der öffentlichen Wahrnehmung!“, betont der Grüne Agrarsprecher: „Ein wesentlicher Schritt hierfür ist die Ökologisierung der Förderpolitik!“

Die Förderprämien für ökologische/extensive/klimafreundliche/tierwohlgerechte Bewirtschaftungsformen müssen deutlich erhöht werden, fordern die Grünen – zum Beispiel Biodiversitätsprämien, Ausgleichszahlungen für benachteiligte Betriebe, Förderungen von regionalen Vermarkungswegen, Förderungen für klimafitte Waldbewirtschaftung… Andererseits, so Pinter, müssen Ausgleichszahlungen für Ernteausfälle und Kalamitäten, die klimabedingt häufiger auftreten, angehoben werden, um ein wirtschaftliches Auskommen der BewirtschafterInnen zu gewährleisten.