fbpx

Dramatischer Anstieg der Corona-Toten in Heimen legt dringenden Handlungsbedarf im steirischen Pflegesystem offen

Traurige Nummer eins: In der Steiermark gibt es am meisten Corona-Tote pro 100.000 EinwohnerInnen – „Der Umbau in der steirischen Pflege muss endlich in Angriff genommen werden!“

 

Die heute früh bekannt gewordenen dramatischen Zahlen über den massiven Anstieg der Corona-Toten in Heimen unterstreicht die Grüne Kritik am steirischen Pflegesystem: Wie die APA heute berichtet, wurden mehr als die Hälfte aller Covid-Opfer in Heimen (323 von 607) alleine in den letzten 40 Tagen verzeichnet – gleichzeitig ist die Steiermark auf dem traurigen Platz eins im Österreich-Vergleich bei den Corona-Todesfällen, wie aus dem AGES-Dashboard hervorgeht. Auf 100.000 SteirerInnen kommen 29,3 Corona-Tote – der Österreich-Schnitt beträgt „nur“ 21,7, verweist die Grüne Landtagsklubobfrau Sandra Krautwaschl, die aufgrund dieser drastischen Daten massiven Handlungsbedarf ortet: „Die von uns schon im Frühjahr dringend eingeforderte sachliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik hat leider nicht stattgefunden“, kritisiert Krautwaschl: Bekanntlich ist die steirische Struktur viel zu pflegeheimlastig, gleichzeitig gibt in keinem anderen Bundesland so wenig mobile Pflege und Unterstützungsangebote. „Das erweist sich gerade in der Krise als besonders dramatisch für alle Betroffenen“, betont die Grüne Landtagsklubobfrau.

Krautwaschl fordert daher – auch im Sinne des gerne zitierten „Lernen aus der Krise“ – dass jetzt endlich der dringend notwendige Umbau in der steirischen Pflege in Angriff genommen wird. „Wir brauchen in faires, gerechtes und krisensicheres Modell in der Pflege, denn Pflege ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und eine Frage der Würde“, so die Grüne Klubobfrau: „Unser jetziges System ist fehlgesteuert, wir bräuchten jedoch eine politische Steuerung, die den Schutz der Betroffenen sicherstellt.“

Kurzfristig braucht es aber auch einen Krisenpersonalpool und einen SpringerInnenpool, damit das Pflegepersonal entlastet wird: „Wir werden diese Forderung als selbstständigen Antrag erneut einbringen“, kündigt Krautwaschl an, nachdem ÖVP und SPÖ am Dienstag im Landtag einen diesbezüglichen Entschließungsantrag abgelehnt hatten.

Außerdem will Krautwaschl von Landesrätin Bogner-Strauß wissen, was eigentlich aus ihrer vor dem Sommer angekündigten Sommerakademie mit mindestens 12 Workshops in den Regionen in der Pflege wurde, bei denen die Themen Personal- und Ressourcenplanung „gut besprochen“ werden würden, wie die Landesrätin Anfang Juli im Juli angekündigt hatte.