FRAUEN. MACHT. POLITIK.

Weil es schön und wichtig ist, die Gesellschaft mitzugestalten

Die Ausgangslage ist nicht gerade rosig: Obwohl die Bevölkerung zur Hälfte weiblich ist, sind nur 7,7 Prozent der Bürgermeister*innen in der Steiermark Frauen. Da liegt noch ein langer Weg vor uns, um das Ziel von echter Gleichstellung – also Halbe-Halbe – in der Politik zu erreichen. Aber es zahlt sich aus. Warum, erfährst du hier.

Politische Repräsentanz bedeutet, in den eigenen Bedürfnissen gesehen und gehört zu werden. Ohne oder mit wenig Frauen in der Politik fehlt die Sichtweise eines großen Teils der Bevölkerung auf gesellschaftliche Verhältnisse und Notwendigkeiten. Besonders in den ländlichen Regionen hat dies gravierende Auswirkungen.

Gemeinden als Dead-Zones

„Gehen die Frauen, stirbt das Land“, heißt es. Denn Frauen sind vielerorts die Trägerinnen der Dorfgemeinschaft. Mit den Frauen verlassen auch die Familien und die nächsten Generationen ländliche Regionen. Diese Negativspirale ist aktuell deutlich spürbar. Um dem gegenzusteuern braucht es attraktive Angebote und Zukunftsperspektiven für Frauen in den Gemeinden.

„Leider führt die männerdominierte kommunale Politik oft an der Lebensrealität und den Bedürfnissen von Frauen vorbei“, so Veronika Nitsche, Grüne Landtagsabgeordnete und Frauensprecherin in der Steiermark. Sie setzt sich dafür ein, dass auf den Listen für steirische Gemeinderatswahlen in einem Reißverschlusssystem genauso viele Frauen wie  Männer antreten. Derzeit sieht es in Österreich so aus, dass 40 Gemeinden nach wie vor ohne jegliche weibliche Vertretung sind, also keine einzige Frau im Gemeinderat sitzt. Umso wichtiger ist es, dass sich Frauen selbst in ihren Gemeinden für den eigenen Lebensraum stark machen. Gerade auf kommunaler Ebene ist das kein Honiglecken.

Der mühsame Weg von Frauen in die Politik

Sexismus und die Abwertung der Kompetenzen von Frauen sind leider – vor allem in der Kommunalpolitik – noch immer harte Realität. Verletzende Sprüche wie „Es reicht aus, wenn du schön lächelst. Der Kollege soll die inhaltliche Arbeit machen“ keine Seltenheit.

Katharina Schellnegger, Vizebürgermeisterin aus Gleisdorf, bringt es auf den Punkt: „Es ist nicht sonderlich attraktiv, am Abend in eine Sitzung zu gehen, wo ausschließlich Männer sitzen und mit Laien über Fachthemen diskutieren. Aber wenn wir das nicht machen, dann bleiben ja nur die Leute übrig, die wir dort nicht haben wollen.“ Wichtig sei vor allem, zwischen dem Beruflichen und dem Privaten zu unterscheiden und Angriffe nicht persönlich zu nehmen.

Auf Bündnisse bauen zu können, ist unbedingt notwendig. Denn wer sich entscheidet, in die Politik zu gehen und sich mit seiner eigenen Meinung der Öffentlichkeit aussetzt, braucht einen gestärkten Rücken. „Wir müssen junge Frauen bei diesem Schritt unterstützen“, weiß Marie-Claire Katzensteiner, Landessprecherin der Grünen Jugend Steiermark, aus eigener Erfahrung. Die Seilschaften zwischen „alten weißen Männern“ in der Politik seien schwer zu durchdringen. „Dafür brauchen wir vor allem auch männliche Verbündete.“

Von mehr weiblicher Politik profitieren alle Geschlechter

Mit mehr Frauen in der Politik werden die gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen besser abgebildet – die Gesamtheit und Vielfalt der Bevölkerung soll demokratisch vertreten sein. Veronika Nitsche ist davon überzeugt, dass Frauen nicht Politik-fit werden müssen, sondern Politik an weibliche Zugänge angepasst gehört.

Jacinda Arden, Neuseelands Premierministerin, hat mit ihrem Slogan „Yes we care“ während der Coronakrise den Aspekt der Fürsorge in die Politik eingebracht: Mir ist es wichtig, wie es dir geht. „Wenn Politik familien- und lebensfreundlicher wird, dann gewinnen auch die Männer. Fürsorge ist ein wichtiger Aspekt von Führung, also auch in der Politik“, so Nitsche.

Frauen, verbündet euch!

„Es ist an der Zeit, dass Frauen Banden knüpfen und in der Kommunalpolitik entscheidend mitgestalten. Es fehlt eindeutig an Role Models. Man muss Frauen – die so lange aus dem politischen Entscheidungsprozess ausgeschlossen waren – endlich aktiv in die Ämter bringen“, so die Kommunikationsberaterin Karin Strobl. Es sei ganz einfach: „Quote wirkt! Solange die strukturellen Ungleichheiten bestehen, ist sie notwendig“.

Bei allen politisch aktiven Frauen am Podium hat der Weg in die Politik über die Mitgliedschaft in der Partei geführt. Was zeigt, wie wichtig es ist, dass die Grünen und Grüne Politiker*innen auf junge Frauen zugehen und diese einbinden.

Lust auf Politik

Was braucht es denn eigentlich, um sich politisch kompetent zu fühlen? Einen Einblick in die eigene Lebensrealität, laut Katharina Schellnegger. Denn „jede Frau, die ein Mandat angenommen hat, wurde aus der Bevölkerung heraus gewählt. Und somit hat sie etwas zu sagen. Sie kennt ihren Lebensalltag und ihre Bedürfnisse. Hilfreich ist es auch, einen Einblick in Politik zu bekommen: Denn auch hier wird nur mit Wasser gekocht“.

Also traut euch, für eure Anliegen einzutreten! Wir von den Grünen helfen euch dabei und wir garantieren euch:

Es ist ein tolles Gefühl, gemeinsam lautstark mitzugestalten.

 

Den gesamten FREDA onlineTalk zum Thema gibt´s auch zum Nachschauen.

 

Moderation:

Lisa Rücker, MSc: politische Erwachsenenbildnerin und (Gender-)Trainerin, ehemals Grazer Vizebürgermeisterin

Diskutantinnen:

Veronika Nitsche, MBA: Projektmanagerin bei WUS Austria, Landtagsabgeordnete und Frauensprecherin der Grünen in der Steiermark

Karin Strobl, MA: Senior Consultant bei der Agentur Heidi GLÜCK, ehemals Journalistin und Kommunikationschefin zum Grünen Klub im Parlament

Mag.a Katharina Schellnegger: Kulturmanagerin bei den steirischen Festspielen styriarte, 2. Vizebürgermeisterin in Gleisdorf

Marie-Claire Katzensteiner: Lehramtsstudentin, Sprecherin der Grünen Jugend Steiermark und Vorstandsmitglied der Grazer Grünen

FREDA - Die Grüne Zukunftsakademie

FREDA – Die Grüne Zukunftsakademie vereint neuen Spirit mit Best Practice. Wir begleiten das erste Mal in der Grünen Geschichte auf Bundesebene eine Regierungspartei. Das eröffnet eine neue Dimension der Zusammenarbeit, erfordert neue Ernsthaftigkeit und einen klaren Fokus. Pioniergeist verbunden mit Professionalität und konsequenter Weiterentwicklung Grüner Zukunftsthemen. Ansprechperson in der Steiermark: Paul Lauer.