fbpx

Corona: Grüne fordern im kommenden Landtag Krisenpersonalpool für pflegerisches Personal und neues Online-System zur Entlastung von 1450

Corona-Entlastungen im Gesundheitsbereich im Mittelpunkt der nächsten Landtagssitzung: Landesregierung soll sich Berlin und Tirol als Vorbild nehmen „um gänzliche Eskalation in der Gesundheitsversorgung zu verhindern“.

 

Gleich zwei wichtige Corona-Initiativen starten die Grünen in der kommenden Landtagssitzung am nächsten Dienstag (17. November): Klubobfrau Sandra Krautwaschl und Gesundheitssprecher LAbg. Georg Schwarzl werden zwei Entschließungsanträge zur Entlastung der aktuellen Situation einbringen – einerseits fordern die Grünen einen Krisenpersonalpool, um Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegewesen die Möglichkeit zu bieten, Kontakt zu qualifiziertem Personal aufzunehmen, andererseits fordern sie eine Möglichkeit der Online-Meldung von COVID-19-Verdachtsfällen bereitzustellen, um die Wartezeiten bei der Gesundheitshotline 1450 zu verkürzen und dadurch dazu beizutragen, dass die Kapazitäten des Krankenanstalten- und Gesundheitswesens nicht überlastet werden.

Im Detail: Auf den Umstand, dass Pflegekräfte in der Steiermark bereits vor Ausbruch der Corona-Krise schwer überlastet und dementsprechend Burnout-gefährdet waren, wurde von den Grünen in der Vergangenheit mehrfach vehement hingewiesen und es wurden Lösungen eingefordert. „Da die Pandemie gerade in den Gesundheitsberufen besondere Vorsichtsmaßnahmen und dementsprechend einen außergewöhnlichen Arbeitsaufwand gebietet, wiegen die Fehler der Vergangenheit, in der verabsäumt wurde, eine vorrausschauende Pflege- und Personalstruktur umzusetzen, besonders schwer“, so Klubobfrau Krautwaschl. „Die Situation des Pflegepersonals stellt sich jetzt genau so dramatisch dar wie im Frühjahr“, so die Grüne: „Für den Fall, dass die Betreuung in den Pflegewohnheimen nicht mehr gesichert ist, bleibt kein anderer Ausweg, als auf die ebenfalls überspannten Ressourcen der Krankenanstalten zurückzugreifen. Da die Sommermonate bedauerlicher Weise nicht genutzt wurden, gilt es nun kurzfristige, unbürokratische und möglichst effektive Maßnahmen zu setzen, um eine gänzliche Eskalation in der Gesundheitsversorgung zu verhindern.“ Sie fordert Landesrätin Juliane Bogner-Strauß in ihrem Antrag auf, sich jetzt Berlin als Beispiel zu nehmen: Denn „Berlin hat, wie auch andere deutsche Städte auch, einen Krisenpersonalpool für das Pflege- und Gesundheitswesen ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Angebot, das Einrichtungen der pflegerischen und medizinischen Versorgung die Möglichkeit bietet, Kontakt zu qualifiziertem Personal aufzunehmen (siehe https://krisenpersonalpool.berlin.de/)“. Außerdem, so Krautwaschl, „müssen Strukturen in Form eines Personalpools von SpringerInnen geschaffen werden, die es dem Land ermöglichen, die Krankenanstalten und Pflegewohnheime im Notfall mit qualifiziertem Gesundheitspersonal zu unterstützen“.

„Auch wenn diese Lösungsvorschläge nicht dazu geeignet sind, die in der Steiermark herrschenden tiefgehenden strukturellen Mängel zu beheben, so werden sie dennoch notwendig sein, um die kommenden Monate bewältigen zu können, ohne das Pflegepersonal nachhaltig zu überlasten“, ist Krautwaschl überzeugt.

 

Um Entlastung geht es auch in Initiative Nummer zwei: Das Gesundheitstelefon 1450 ist – wie bereits vor Monaten befürchtet – infolge des Wiederanstiegs der COVID-19-Infektionszahlen an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Es kommt bekanntlich zu teils unzumutbaren Wartezeiten für AnruferInnen (siehe etwa hier: „Anrufe bei 1450 seit Sommer verdreifacht“, steiermark.orf.at/stories/3071474/). Der Grüne Gesundheitssprecher LAbg. Georg Schwarzl verweist nun darauf, dass das Bundesland Tirol hier einen innovativen und erfolgreichen Weg gegangen ist „um langes Warten bei der Gesundheitshotline 1450 zu beenden. Bereits seit Ende September besteht dort unter der Homepage https://corona.leitstelle.tirol/ die Möglichkeit einer Online-Meldung von COVID-19-Verdachtsfällen, die parallel zur selbstverständlich weiterhin möglichen telefonischen Meldung eingerichtet wurde. Wer COVID-19-Symptome hat oder Kontakt zu einem bestätigten Fall, kann die entsprechende Meldung somit selbst bei der Leitstelle Tirol im Internet abgeben. Die etwaigen Maßnahmen werden dann genauso wie nach einem Anruf eingeleitet. Die erfreulichen Effekte des Online-Tools: die Betroffenen sparen Zeit und die Gesundheitsbehörden haben weniger Aufwand“, so Schwarzl. „Im Hinblick darauf, dass die Systeme hinter der 1450 Gesundheitshotline in jedem Bundesland anders organisiert sind und sich laut dem Leiter der Leitstelle Tirol bereits mehrere Bundesländer um die Tiroler Eigenentwicklung bemüht haben, kann nicht nachvollzogen werden, weshalb es in der Steiermark bisher offensichtlich keine Bemühungen gibt, um der steirischen Bevölkerung ebenfalls ein Online-Meldesystem zur Verfügung zu stellen und damit die Wartezeiten bei 1450 zu verkürzen“, so der Grüne Abgeordnete. Mit seinem Entschließungsantrag fordert er nun die Landesregierung entsprechend auf, „eine Möglichkeit der Online-Meldung von COVID-19-Verdachtsfällen bereitzustellen, um die Wartezeiten bei der Gesundheitshotline 1450 zu verkürzen und dadurch dazu beizutragen, dass die Kapazitäten des Krankenanstalten- und Gesundheitswesens nicht überlastet werden“.