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Biber

Steckbrief

 

Lateinischer Name: Castor fiber

Ordnung: Nagetiere

Lebenserwartung: bis zu 20 Jahre

Lebensraum: langsam fließende und stehende Gewässer mit Gehölzen nahe dem Ufer

Merkmale

Ausgewachsene Biber werden bis zu 135 cm lang und können ein Gewicht von über 35 kg erreichen (Schäferhundgröße). Die Hinterfüße besitzen Schwimmhäute und einen „Kamm“ (=ein gespaltener Nagel) zur Fellpflege. Sie besitzen zwei Paar Schneidezähne, die ständig nachwachsen und durch Eisenoxideinlagerungen gehärtet sind. Außer während der Aufzuchtzeit (vergrößerte Zitzen beim Weibchen), kann man männliche und weibliche Biber rein äußerlich nicht unterscheiden. Der auffällige Schwanz des Bibers dient als Schwimmantrieb, zum Abstützen an Land, als Fettspeicher und zur Kommunikation („Klatschen“). Mit 23.000 Haaren pro cm², besitz der Biber eines der dichtesten Felle im gesamten Tierreich. Biber ernähren sich ausschließlich pflanzlich, im Winter fressen sie v.a. Baumrinde und kleinere Äste.

Verbreitung

Der Biber war ursprünglich in ganz Österreich verbreitet. Ab der Neuzeit kam es aber zu starken Populationsrückgängen, da die Menschen zunehmend in die Lebensräume der Biber eindrangen, sowie sein Fell, sein Fleisch (bis ins 19.Jh galt der Biber als Fisch und wurde als Fastenspeise verzehrt) und das Sekret aus seinen Geildrüsen (Bibergeil; enthält Salicylsäure und hat eine entzündungs- und schmerzlindernde Wirkung) nutzten. 1869 war der Biber schließlich in Österreich ausgerottet. Durch Wiederansiedelungsprogramme und Unterschutzstellung  kehrt der Nager nun wieder in seine alten Lebensräume zurück. Nach einer Schätzung aus dem Jahr 2017 dürften derzeit etwa 240 Biber in der Steiermark Revier bezogen haben. Die meiste Zeit seines Lebens verbringen Biber übrigens in unmittelbarer Gewässernähe (in einem 20 m breiten Korridor um die Gewässer).

Lebensweise

Der Biber ist sein Leben lang monogam und lebt in Familienverbänden von bier bis sechs Tieren. Die Paarungszeit ist immer im Winter, der Nachwuchs erblickt in den Monaten April-Mai das Licht der Welt. Biber sind sehr territorial und verteidigen ihre Reviere vehement. Ein auffälliges Zeichen für die Anwesenheit eines Bibers am Gewässer sind die Bauten der Biber. Der Biberbau kann ab Wassertiefen größer 70 cm errichtet werden (der Eingang liegt nämlich 30-50 cm unter Wasser, als Schutz vor Eindringlingen). Bei niedrigeren Wasserständen staut der Biber das Gewässer oftmals mit einem Damm ein, in welchem auch Vorräte für den Winter gelagert werden. Da der Biber dadurch erheblich in die Gewässermorphologie und Hydrologie eingreift, wird er auch als Ökosystemingenieur bezeichnet.

Schutz

Der Biber ist gemäß Anhang II und IV der FFH-Richtlinie sowie nach dem Steirischen Naturschutzgesetz streng geschützt. Den Biber zu stören zu jagen und zu töten oder seine Bauten und Dämme zu beschädigen ist daher strengstens verboten.

Quelle: Mit dem Biber leben. Ein Handbuch für Oberösterreich.